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Der Beginn ist der wichtigste Teil der Arbeit

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Mittwoch, 24.08.2016
Man kann auf seinem Standpunkt stehen, aber man sollte nicht darauf sitzen. (Erich Kästner)  − − −  Eine Persönlichkeit ist der Ausgangspunkt und Fluchtpunkt alles dessen, was gesagt wird und dessen, wie es gesagt wird. (Robert Musil)  − − −  Das Wohl mancher Länder wird nach der Mehrheit der Stimmen entschieden, da doch jedermann eingesteht, daß es mehr böse als gute Menschen gibt. (Georg Christoph Lichtenberg)  − − −  Die meisten verwechseln Dabeisein mit Erleben. (Max Frisch)  − − −  Wenn einer keine Angst hat, hat er keine Phantasie. (Erich Kästner)  − − −  Jeder Mensch hat ein Brett vor dem Kopf − es kommt nur auf die Entfernung an. (Marie von Ebner−Eschenbach)  − − −  Oft tut auch der Unrecht, der nichts tut. Wer das Unrecht nicht verbietet, wenn er kann, der befiehlt es. (Mark Aurel)  − − −  Mit dem Alter nimmt die Urteilskraft zu und das Genie ab. (Immanuel Kant)  − − −  Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier. (Mahatma Gandhi)  − − −  Nationen, die man unterworfen hat, muß man entweder glücklich machen oder vernichten. (Nicolo Machiavelli)  − − −  Die Arznei macht kranke, die Mathematik traurige und die Theologie sündhafte Leute. (Martin Luther)  − − −  Besser schweigen und als Narr scheinen, als sprechen und jeden Zweifel beseitigen. (Abraham Lincoln)  − − −  Ohne Leiden bildet sich kein Charakter. (Ernst Freiherr von Feuchtersleben)  − − −  Wenn ich die Folgen geahnt hätte, wäre ich Uhrmacher geworden. (Albert Einstein)  − − −  Den Namen des Rechtes würde man nicht kennen, wenn es das Unrecht nicht gäbe. (Heraklit)  − − −  Jedenfalls ist es besser, ein eckiges Etwas zu sein als ein rundes Nichts. (Friedrich Hebbel)  − − −  Ein Buch ist ein Spiegel, aus dem kein Apostel herausgucken kann, wenn ein Affe hineinblickt. (Georg Christoph Lichtenberg)  − − −  Ein Idealist ist ein Mensch, der anderen Menschen dazu verhilft, zu Wohlstand zu gelangen. (Henry Ford)  − − −  Sei deines Willens Herr und deines Gewissens Knecht. (Marie von Ebner−Eschenbach)
Aktuelle Nachrichten
Diverses

 

Angela Merkel, Youtube Video

https://www.youtube.com/watch?v=oZYxNjwwVqQ&feature=player_embedded
So wie es aussieht, feiert dort Frau Dr. Angela Merkel zu DDR Zeiten ausgelassen mit der SED Spitze…. Regimekritik sieht anders aus

 

 

 

 

Deutsche-Bank-Chef - EZB-Geldpolitik richtet Schaden an

24.08.16, Reuters

Frankfurt (Reuters) - Die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) verursacht nach Ansicht von Deutsche-Bank-Chef John Cryan mittlerweile mehr Schaden als Nutzen.

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http://www.onvista.de/news/deutsche-bank-chef-ezb-geldpolitik-richtet-schaden-an-40794891

 

 

Der „wirkliche“ Mohammed, islamische Dualität und die absolute Unterwerfung

 

Wer ist der „wirkliche“ Mohammed? Warum müssen wir diese Frage immer wieder stellen? Nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 vernahmen wir, daß die muslimischen Selbstmordattentäter, welche diese Schreckenstat verübt hatten keine „richtigen muslime“ …………………..

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http://derprophet.info/inhalt/der-wirkliche-mohammed-htm/

 

 

Die Illusion vom modernen Islam

 

von Günter Buchholz am 7. April 2016 |  Islamische Immigration

Die deutsche Flüchtlingspolitik setzt die Integrationsfähigkeit des Islam voraus. Diese naive Illusion des europäischen Säkularismus erschwert eine kritische Auseinandersetzung.

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https://le-bohemien.net/2016/04/07/integration-islam-moderne/

 

Quirico: „Islam ist totalitäre Kriegsreligion“ – „Kennen Sie gemäßigte Bolschewisten? Ebensowenig gibt es einen gemäßigten Islam“

 

24. September 2013 10

(Damaskus) „Der Westen will nicht sehen, daß sie uns den Krieg erklärt haben. Einen moderaten Islam gibt es nicht. Syrien ist der erste Baustein des Großen Kalifats“. Der ……………………..

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http://www.katholisches.info/2013/09/24/quirico-islam-ist-totalitaere-kriegsreligion-kennen-sie-gemaessigte-bolschewisten-ebensowenig-gibt-es-einen-gemaessigten-islam/

 

 

 

Landtagswahl in RostockGrünen-Kandidatin reißt CDU-Plakat ab - und sie hat eine feiste Ausrede parat

 

Dienstag, 23.08.2016, 19:17

Im Wahlkampf werden hunderte Plakate beschmiert oder gestohlen, die Täter meist nicht gefasst. In Rostock jetzt schon - in diesem Fall eine Direktkandidatin der Grünen. Ihre Partei hat dafür eine Ausrede parat.

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http://www.focus.de/regional/rostock/von-wegen-tolerant-gruenen-kandidatin-reisst-cdu-plakat-ab-und-ihre-partei-findet-feiste-ausrede_id_5853688.html?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=facebook-focus-online-politik&fbc=facebook-focus-online-politik&ts=201608232031

 

 

Vorfall in Nizza" - Machen Sie sich frei!" – Bewaffnete Polizisten bestrafen Burkini-Trägerin

 

Bewaffnete Polizisten haben eine muslimische Frau in der südfranzösischen Stadt Nizza gezwungen, ihren Burkini auszuziehen. Die Frau habe an einem Strand gelegen, als vier Beamte sie wegen ihrer Kleidung maßregelten. Vermutlich habe sie auch eine Strafe zahlen müssen.

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http://www.focus.de/politik/videos/vorfall-in-nizza-machen-sie-sich-frei-bewaffnete-polizisten-bestrafen-burkini-traegerin_id_5856092.html?utm_source=facebook&utm_medium=social&utm_campaign=facebook-focus-online-politik&fbc=facebook-focus-online-politik&ts=201608241125

 

 

 

EZB-Politik: Deutsche-Bank-Chef warnt vor «fatalen Folgen»

24.08.16, dpa-AFX

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http://www.onvista.de/news/ezb-politik-deutsche-bank-chef-warnt-vor-fatalen-folgen-40783649

 

 

Kosten von Finanzprodukten, Schweizer Anlagefonds europaweit am günstigsten

 

von Michael Ferber 23.8.2016, 12:47 Uhr

Die Gebühren von Fonds sind in den vergangenen Jahren in Europa gesunken, wie eine Studie zeigt. In dieser finden sich interessante Ergebnisse für die Schweiz.

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http://www.nzz.ch/finanzen/fonds/kosten-von-finanzprodukten-schweizer-anlagefonds-europaweit-am-guenstigsten-ld.112406?mktcid=nled&mktcval=105_2016-8-24

 

 

 

Türkei beantragt formell Auslieferung von Prediger Gülen

 

23.8.2016, (Reuters/dpa) Die Türkei hat bei den USA nach Angaben des Aussenministeriums in Washington formell die Auslieferung des Predigers Fethullah Gülen beantragt. Dabei gehe es allerdings nicht um Vorfälle, die mit dem gescheiterten Putsch im Juli in Zusammenhang stünden, erklärte ein Sprecher am Dienstag.

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http://www.nzz.ch/international/nahost-und-afrika/washington-tuerkei-beantragt-formell-auslieferung-von-prediger-guelen-ld.112588?mktcid=nled&mktcval=107_2016-8-23

 

 

Biden zu Besuch in Riga, Garantie für das Baltikum

 

Von Rudolf Hermann, Stockholm 23.8.2016, 19:58 Uhr

Der scheidende amerikanische Vizepräsident Biden hat in Riga gegenüber den baltischen Republiken ein Zeichen gesetzt. Amerika bekenne sich ohne jedes Wenn und Aber zum Beistand innerhalb der Nato.

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http://www.nzz.ch/international/europa/zusage-des-us-vizepraesidenten-biden-versichert-baltischen-staaten-unterstuetzung-der-usa-ld.112564?mktcid=nled&mktcval=107_2016-8-23

 

 

 

"Türkenschreck" Prinz Eugen rettet das Abendland

 

1716 gerät Wien in Gefahr: Die Türken rücken an. Prinz Eugen soll die Bedrohung abwehren. Doch das Türken-Heer ist doppelt so groß.

Von Jan von Flocken

 

http://www.welt.de/kultur/history/article10629191/Tuerkenschreck-Prinz-Eugen-rettet-das-Abendland.html

 

 

 
Churning - die Definition

Churning nennt man im Finanz- bzw. Börsenbereich das durch das Interesse der Kunden nicht gerechtfertigte häufige Umschlagen des Anlagekontos, durch das der Broker, Verwalter oder Vermittler oder alle drei gemeinsam sich zu Lasten der Gewinnchancen des Kunden Provisionseinnahmen verschaffen. Auf deutsch bedeutet Churning „Gebührenschinderei“ oder „Spesenreiterei“.

 

Der Tatbestand des Churning lässt sich zunächst in einen objektiven und in einen subjektiven Tatbestand aufteilen.

 

Der objektive Tatbestand bei Churning setzt voraus, dass eine exzessive Anzahl von Geschäften in dem Depot unter Berücksichtigung der Anlageziele und der Anlageerfahrung des Kunden sowie der vereinbarten Strategie vorliegt, ebenso eine Kontrolle des Kontos durch den Anlageberater.

 

Bezüglich des subjektiven Tatbestandes bei Churning ist auszuführen, dass der Anlageberater schon dann vorsätzlich handelt, wenn er weiss, bzw. es billigt und in Kauf nimmt, die Interessen des Anlegers zu verletzen. Das bedeutet, dass Churning nicht voraussetzt, dass der Anleger per Saldo einen Verlust macht. Auch wenn ein Gewinn aufgrund exzessiver bzw. unverhältnismässiger Spesen geringer ausfällt, liegt eine Schädigung des Kunden vor und es kann insofern auch Churning vorliegen.

 

Im Rahmen des objektiven Churning-Tatbestandes, des sogenannten „Overtradings“ eines Kontos, ist zunächst zu untersuchen, wie hoch die angefallenen Kosten im Verhältnis zum eingesetzten Kapital sind, unter Kosten sind Gebühren, mark-ups und Sollzinsen zu verstehen.

 

Eine weitere entscheidende Frage bei Churning ist, um wieviel Prozent sich das eingesetzte Kapital hätte vermehren müssen, um nach Abzug der Kosten einen Gewinn vorweisen zu können (to merely brake even) und wie hoch alsdann dieser Prozentsatz für die durchschnittliche Anlage in dem Konto aussieht.

 

Auch wenn der Anleger aufgrund der Höhe der Spesen im Rahmen der verfolgten Anlagestrategie keine realistische Chance hat, eine positive Rendite zu erzielen, sind diese Spesen als exzessiv und unangemessen anzusehen. Eine solche Disparität zwischen Chancen und Risiken ist sittenwidrig.

 

Eine mit-entscheidende Frage ist, wie oft das Konto umgeschlagen wurde.

 

Exzessives Handeln (Churning) wurde von Gerichten bei Termingeschäften bejaht, wenn z.B. das gesamte Konto 11 (elf) mal im Jahr umgeschlagen wird. Die Beurteilung muss jedoch immer im Einzelfall erfolgen. Es gibt Strategien, die auch eine deutlich höhere Umschlagshäufigkeit als 11 rechtfertigen können – diese Strategien müssen aber – nach Spesen! – eine positive Rendite des Anlegers plausibel erwarten lassen. Es gibt zum Beispiel sehr erfolgreiche Aktienhandelsstrategien, bei denen das Portfolio durchschnittlich pro Jahr 40 Mal umgeschlagen wird, der Anleger nach Spesen aber schöne Gewinne macht und das Risiko, die Volatilität, auch noch kleiner ist, als bei einer reinen Buy-and-Hold-Strategie.

 

Bei bestimmten Strategien ist aber „Churning“ bzw. „exzessives Handeln gegen die Interessen des Anlegers“ schon bei weitaus geringeren Umsätzen als 11 anzunehmen. Bei einem benchmarkneutral verwalteten Portfolio (z.B. Indexfonds) zum Beispiel ist schon bei einer PTR von 1 (eins) von exzessivem Handel auszugehen.

Denn ein Handel muss und darf in solchen Portfolios nur erfolgen, wenn sich die zugrundeliegende Benchmark ändert oder bei Volumenszu- oder –abflüssen im Portfolio.

 

Bei einem normalen Aktiendepot eines Privatkunden wird es in der Regel bedenklich, wenn die Umschichtungshäufigkeit grösser als 2 ist. Die Umschichtungshäufigkeit muss in diesem Fall durch bestimmte Strategien gerechtfertigt werden, die eine höhere Aktivität rechtfertigen bzw. bedingen. Bei Verfolgung aktiver Handelsstrategien müssen die prozentual pro Trade anfallenden Gebühren im Gegenzug deutlich geringer sein als normale Handelsgebühren, damit die Gesamtspesenbelastung in einem vertretbaren Rahmen bleibt.

 

Allein die Tatsache, dass ein Konto für einen Anlageberater ein „Gebührencoup“ war, bedeutet noch nicht zwangsläufig, dass es auch „gechurned“ wurde.

 

Entscheidend kommt es auch darauf an, dass der Anlageberater das Konto direkt oder indirekt „kontrolliert“ hat.

 

Churning war auch das traditionelle Geschäft der Phoenix Kapitaldienst GmbH, Frankfurt, bevor der Phoenix-Eigentümer Dieter Breitkreuz dazu überging, beim Phoenix Managed Account das Geld gleich zu veruntreuen und nicht erst mühevoll durch „Churning“ in die eigene Tasche zu transferieren.

 

 

Unseriöse Umschichtungen und überhöhte Transaktionskosten kommen auch bei Investmentfonds und Banken vor.

Ein Beispiel für recht exzessive Spesen ist der Fonds der IP Concept S.A. des Herrn Nikolaus Rummler, der im Jahr 2014 liquidierte Fonds FI Fund Stop & Go Professional (ISIN LU0326969457), bei dem im Jahr 2013 über 9% (in Worten: neun Prozent) an laufenden Kosten angefallen sind.

Der Fonds wurde mit einem Verlust von über 50% liquidiert.

 
Zitate

„Der Mensch wird ohne Grundsätze, aber mit der Fähigkeit geboren, sie alle in sich aufzunehmen.“

(François Marie Voltaire)

 

„Das Geheimnis zu langweilen besteht darin, alles zu sagen, was man weiß.“

(François Marie Voltaire)

 

„Je öfter eine Dummheit wiederholt wird, desto mehr bekommt sie den Anschein der Klugheit.“

(François Marie Voltaire)

 

„Zufall ist ein Wort ohne Sinn. Nichts kann ohne Ursache existieren.“

(François Marie Voltaire)

 

„Lügen ist nur dann ein Laster, wenn es Böses stiftet, dagegen eine sehr große Tugend, wenn dadurch Gutes bewirkt wird.“

(François Marie Voltaire)

 

„In einer irrsinnigen Welt vernünftig sein zu wollen, ist schon wieder ein Irrsinn für sich.“

(François Marie Voltaire)

 

„Zweifel ist keine angenehme Voraussetzung, aber Gewißheit ist eine absurde.“

(François Marie Voltaire)

 

„Eine dumme, einfältige Frau ist ein Segen des Himmels.“

(François Marie Voltaire)

 

„Die Arbeit hält drei große Laster fern: Langeweile, Laster und Not.“

(François Marie Voltaire)

 

„Die Ehrgeizigen und die Wollüstigen haben nur selten Zeit zu denken.“

(François Marie Voltaire)

 

„Jeder Mensch kommt mit einer sehr großen Sehnsucht nach Herrschaft, Reichtum und Vergnügen sowie einem starken Hang zum Nichtstun auf die Welt.“

(François Marie Voltaire)

 

„Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion.“

(François Marie Voltaire)

 

„Die Bank leiht Ihnen Geld, wenn Sie beweisen können, dass Sie es nicht brauchen“

(Mark Twain)

 

“The market can stay irrational longer than you can stay solvent.”

John Maynard Keynes

 

Zum Thema Bankbilanzen: «On the left side there is nothing right and on the right side there is nothing left»

(unbekannt)

 

Im Wahlkampf ist es wie im Krieg: als erstes stirbt die Wahrheit.

(unbekannt)

 

Ungeduld ist ein zerbrochenes Ei.

Julius Langbehn

 

Es ist gleich falsch, allen oder keinem zu trauen.

Seneca

 

„Gedanken, deren Quelle das Herz nicht ist, schwöre ich ab“

Badr Shakir as-Sayyab

 

„Lass deine Zunge nicht eine Fahne sein, die im Wind eines jeden Gerüchtes zu flattern beginnt.“

Imhotep

 

„Das Volk spendet seine Gunst, niemals sein Vertrauen.“

Antoine de Rivarol

 

„Das Glück gleicht dem Balle, es steigt zum Falle.“

Gottfried Benn

 

„Kriechtiere können nicht tief fallen.“

(unbekannt)

 

„Fragt nicht, was euer Land für euch tun wird – fragt, was ihr für euer Land tun könnt“.

John F. Kennedy

 

Berthold Brecht:

„Was ist ein Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?“

„Was ist ein Dietrich gegen eine Aktie?“

„Wer die Wahrheit nicht weiss, der ist bloss ein Dummkopf. Aber wer sie weiss, und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“

„Wer a sagt, der muss nicht b sagen. Er kann auch erkennen, dass a falsch war.“

 

„Heutzutage kennen die Leute den Preis von allem und den Wert von nichts“

Oscar Wilde

 

„Der frühe Vogel fängt den Wurm.“

„Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.“

„Der frühe Wurm wird gefangen.“

 

„Ein Schiff im Hafen ist sicher. Aber dafür werden Schiffe nicht gebaut.“

William Shedd

 

"In der heutigen Welt wird fünfmal mehr in Medikamente für die männliche

Potenz und Silikon für Frauen investiert als für die Heilung von

Alzheimerpatienten. Daraus folgernd haben wir in ein paar Jahren alte

Frauen mit großen Titten und alte Männer mit hartem Penis, aber keiner von

denen kann sich daran erinnern wozu das gut ist."

Drauzio Varella, brasilianischer Onkologe

 

„Ich verspreche alles und halte nichts“

(Ein unbekannter Betrüger)

 

„Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg.“

Laotse

 

„Wenn es Dir möglich ist, mit nur einem kleinen Funken die Liebe in der Welt zu bereichern, dann hast Du nicht umsonst gelebt.“

Jack London

 

„Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muß man vor allem ein Schaf sein.“

Albert Einstein

 

„Was immer Du tun kannst oder träumst es zu können, fang damit an.“

Johann Wolfgang von Goethe

 

„Ha, ha! Was für ein Narr ist doch Ehrlichkeit“

William Shakespeare

 

„Wer mit den Schweinen frisst, wird irgendwann selbst von den Schweinen gefressen“

Redensart

 

Der Kummer, der nicht spricht, nagt am Herzen, bis es bricht.

William Shakespeare

 

„Wer "nicht in die Welt paßt", der ist immer nahe daran, sich selber zu finden.“

Hermann Hesse

 

„Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir - für immer.“

Konfuzius

 

„Das Glück ist das einzige, das sich verdoppelt, wenn man es teilt.“

Albert Schweitzer

 

„Sobald der Geist auf ein Ziel gerichtet ist, kommt ihm vieles entgegen.“

Johann Wolfgang von Goethe

 

„Jeder sieht, was Du scheinst. Nur wenige fühlen, wie Du bist.“

Niccolo Machiavelli

 

„Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“

Mahatma Ghandi

 

„Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muß man sich verdienen.“

Robert Lembke

 

„Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.“

Mutter Theresa

 

„Die Jahre lehren viel, was die Tage niemals wissen.“

Ralph Waldo Emerson

 

„Vielleicht muss man die Liebe gefühlt haben, um die Freundschaft richtig zu erkennen.“

Niclolas Chamfort

 

„Hätte Gott mich anders gewollt, hätte er mich anders gemacht.“

Johann Wolfgang Goethe

 

„Das Leben ist etwas viel zu Wichtiges, um jemals ernsthaft darüber zu reden.“

Oscar Wilde

 

„Du und Ich: wir sind eins, ich kann dir nicht wehtun ohne mich zu verletzen.“

Mahatma Ghandi

 

„Das Herz hat für so manches seine guten Gründe, die die Vernunft gar nicht kennt.“

Blaise Pascal

 

„Wir haben uns die Erde nicht unterworfen. Wir haben ihr nur tiefe Wunden geschlagen.“

Georg Simmel

 

„Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an.“

Marcus Aurelius

 

„Wer Tiere quält, ist unbeseelt

und Gottes guter Geist ihm fehlt,

mag noch so vornehm drein er schaun,

man sollte niemals ihm vertraun.“

Johann Wolfgang von Goethe

 

„Sobald du dir vertraust, sobald weißt du zu leben.“

Johann Wolfgang von Goethe

 

„Wenn ein Mensch einen Tiger tötet, spricht man von Sport. Wenn ein Tiger einen Menschen tötet, ist das Grausamkeit.“

George Bernard Shaw

 

„Jede Zeit ist umso kürzer, je glücklicher man ist.“

Plinius der Ältere

 

„Ganz er selbst sein darf jeder nur, solange er allein ist. Wer also nicht die Einsamkeit liebt, der liebt auch nicht die Freiheit; denn nur wenn man allein ist, ist man frei!“

Arthur Schopenhauer

 

„Schlägt dir die Hoffnung fehl, nie fehle dir das Hoffen! Ein Tor ist zugetan, doch tausend sind noch offen.“

Friedrich Rückert

 

„Das Alter macht nicht kindisch, wie man spricht,

es findet uns nur noch als wahre Kinder.“

Johann Wolfgang von Goethe

 

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“

Antoine de Saint-Exupery

 

„Ein Freund ist ein Mensch, der die Melodie deines Herzen kennt und sie dir vorspielt, wenn du sie vergessen hast.“

Albert Einstein

 

„Was immer Du tun kannst oder träumst es zu können, fang damit an.“

Johann Wolfgang von Goethe

 

„Du kannst Dein Leben nicht verlängern und Du kannst es auch nicht verbreitern. Aber Du kannst es vertiefen!“

Gorch Fock

 

„Tapferkeit wird dadurch nicht schlechter, daß sie ein wenig schwerfällt.“

George Bernard Shaw

 

„Ihr aber seht und sagt: Warum? Aber ich träume und sage: Warum nicht?“

George Bernard Shaw

 

„Der Hund ist das einzige Lebewesen auf der Erde, das Sie mehr liebt, als sich selbst.“

Josh Billings

 

„Viele Menschen sind gut erzogen, um nicht mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun.“

Orson Wells

 

„Wenn unsere Vorstellung von der Wirklichkeit sich ändert, ändert sich dann auch die Wirklichkeit?“

Michael Ende

 

„Und lernen wir besser uns freuen, so verlernen wir am besten, andern wehe zu tun und Wehes auszudenken.“

Friedrich Nietzsche

 
Phoenix Kapitaldienst GmbH

Der Phoenix Rechtsverfolgungspool, ein Zusammenschluss einiger deutscher Finanzdienstleistungsinstitute, die – im Gegensatz zu BaFin, EDW, diverser Anwälte und Wirtschaftsprüfer – mit dem Betrug rein gar nichts zu tun hatten, aber nach Ansicht der EdW und der BaFin für den Schaden mit über 100 Millionen Euro haften sollen, hat sich zum Ziel gesetzt, den Betrug doch noch einmal richtig aufzuarbeiten und die wahren Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Der Phoenix Rechtsverfolgungspool, der unter anderem von Markus Ross initiert wurde, hat umfangreiche Recherchen durchgeführt und viele Materialien gesichtet.

 

Zitate Phoenix:

“Unsere gute Performance, das veränderte Anlegerverhalten und die fachliche Kompetenz unserer

Vertriebspartner haben zu stetig steigenden Mittelzuflüssen geführt“

PHOENIX Kapitaldienst GmbH, 2004

 

„Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde,

liegt es an unserer guten Performance, an einem veränderten Anlegerverhalten oder an der

Leistungsstärke unserer Vertriebspartner, dass PHOENIX im 3.Quartal 2004 den höchsten monatlichen

Kapitalzufluss seit Auflegung des Managed Account im Privatkundengeschäft verzeichnen konnte?

Vermutlich ist es das Zusammenspiel dieser drei Kräfte. Wir nähern uns einem Jahresgewinn von 10

Prozent netto und mehr sowie einem verwalteten Anlagekapital von 700.000.000 Euro.“

PHOENIX Kapitaldienst GmbH, Oktober 2004

 

Das Hauptgeschäft der betrügerischen Phoenix war zunächst das „Churning“ der Kundenkonten, später das Schneeballsystem mit dem Phoenix Managed Account – unter der Aufsicht von BaFin und EdW. In dem einen Bereich wurden über fast 30 Jahre fast die gesamten Kundengelder vernichtet, in dem anderen Bereich, dem Hedgfonds Phoenix Managed Account, wurden dagegen jährlich brutto angeblich immer um die 20% Plus erwirtschaftet. Ist das plausibel und glaubhaft? NEIN! Die Wirtschaftsprüfer, die BaFin und die EdW haben das jedoch nicht ernstlich weiter hinterfragt. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

 

Der Phoenix Rechtsverfolgungspool, ein Zusammenschluss einiger der führenden deutschen Finanzdienstleistungsunternehmen (Family Offices, Vermögensverwalter, Kapitalanlagegesellschaften) unter Führung der Ceros und ihrem Geschäftsführer Markus Ross beschäftigt sich seit 2007 mit dem Betrugsfall. Auslöser war das befremdliche Ansinnen der EdW (Entschädigungseinrichtung der Wertpapierdienstleistungsunternehmen), dass unbeteiligte Finanzunternehmen für einen Grossteil des von Phoenix verursachten Schadens aufkommen sollten. Der Phoenix Rechtsverfolgungspool recherchiert umfangreich und deckt viele Unregelmässigkeiten von Phoenix Geschäftspartnern auf. Merkwürdig erscheinen vor allem die Saldenbestätigungen über 412 Millionen Euro, die angeblich Ernst & Young in dem Sonderprüfungsgutachten von 2002 vorliegen sollen: für ein Konto, das es gar nicht gab. Markus Ross vom Phoenix Rechtsverfolgungspool schaltet daraufhin die Staatsanwaltschaft ein – bislang liegt leider noch kein erkennbares Ergebnis vor.

 

Auch das Sonderprüfungsgutachten von Ernst & Young, datiert vom 31. März 2002, warf viele Fragen auf, die jedoch bis zum Schluss nicht geklärt wurden. Zitate: „In den oben genannten Teilmärkten werden sowohl Long- als auch Short-Positionen eigegangen, Zum Prüfungszeitraum lag der Schwerpunkt der Optionsgeschäfte in Long-Straddle-Positionen…

(Anmerkung Toros: es hätten laut Prospekt nur Short-Positionen aufgebaut werden dürfen, primär Short-Strangles)

Es bestehen Differenzen zwischen dem extern bestätigten Treuhandvermögen und dem intern gebuchten, welche sich nicht im Einzelnen abstimmen lassen….

 

Phoenix ordnet die Salden eines bei einer Bank extern geführten Kontos mit Kundengeldern intern dem Treuhandkreis zu, jedoch handelt es sich bei dem Konto um kein Treuhandkonto (vgl. Tz. 94). Darausfolgend liegt ein Verstoss gegen die Anforderung des § 34a WpHG vor, wonach Wertpapierdienstleistungsunternehmen, die kein Einlagenkreditinstitut sind, Kundengelder auf Treuhandkonten zu verwahren haben.

 

Für drei Bankkonten konnte kein geeigneter Nachweis über die Treuhandeigenschaft geführt werden (vgl. Tz. 93)…………

 

Das Treuhandvermögen gemäss der Hauptbuchhaltung BAAN übersteigt den entsprechenden Betrag, der im Monatsabschluss ausgewiesen wurde, um TEUR 484. Die Differenz konnte nicht erklärt werden….

 

Aus den dargelegten Prüfungsfeststellungen folgt weiterhin, dass bei der Phoenix in der Vergangenheit keine Abstimmung zwischen dem internen Buchungskreis und externen Bestätigungen mit dem Ziel der Identifizierung von Differenzen und der anschliessenden Eliminierung durch Zuordnung der Differenzen zu einzelnen Geschäftsvorfällen stattgefunden hat….

 

Aus dem Vergleich zwischen dem in der Hauptbuchhaltung geführten Saldo des Treuhandvermögens resultierte eine Differenz in Höhe von TEUR 878. In dieser Höhe übersteigt das extern bestätigte Treuhandvermögen die intern geführten Bestände….

 

Anhand der Summen- und Saldenlisten der Debitoren und Kreditoren zum 31. Dezember 2001 haben wir im Rahmen einer Zufallsstichprobe die Übereinstimmung der in den Listen ausgewiesenen Salden mit den Salden, welche im Nebenbuch zum genannten Zeitpunkt geführt wurden, geprüft. Dabei kam es zu umfangreichen Abweichungen…..

 

Derzeit werden zwar die geführten Kundensalden dem Kunden mitgeteilt, es erfolgt aber keine Abstimmung mit den gebuchten Treuhandvermögen und extern bestätigten Treuhandvermögen….

 

Infolge der Vermischung von Kundengeldern mit unternehmenseigenen Geldern sowie der Berechnungssystematik der aufgelaufenen Provisionen durch eine Differenzbildung ist eine genaue Quantifizierung des Fremdwährungsrisikos nicht möglich….

 

Ernst & Young Sonderprüfungsgutachten nach § 44 KWG vom 31. März 2002, unterzeichnet von den Wirtschaftsprüfern Müller-Tronnier und Heist

„…2.2. Prüfung auf Vorliegen von Treuhandkonten

87 Zum 30. September 2002 sind gemäss externer Bestätigung folgende Konten vorhanden, welche die Gesellschaft dem Treuhandkreis zuordnet:

30.9.2002

TEUR

Treuhandkonten bei Brokern und Banken

3 Depotkonten bei Man Financial Ltd., London, Grossbritannien                       412.264

3 Depotkonten bei Refco Inc., Chicago, USA                                                                  63

5 Geldkonten bei Man Financial Ltd., London, Grossbritannien                              5.777

3 Geldkonten bei Refco Inc., Chicago, USA                                                                1.755

3 Treuhandkonten bei der Frankfurter Sparkasse                                                       17.038

5 Treuhandkonten bei der Svenska Handelsbanken, Stockholm,S.                       14.100

4 Treuhandkonten bei der Finansbanken, Kopenhagen, Dänemark       12.209

1 Konto bei der Postbank                                                                                   1.549

2 Treuhandkonten bei anderen Banken                                                                      172

Kontostand der Treuhandkonten                                                                                 464.927

(Anmerkung Toros: bei Man hatte die Phoenix zu dieser Zeit nur circa 10 Millionen Euro, nicht aber die hier ausgewiesenen 412,264 Millionen Euro; es stellt sich die Frage, wer die falschen Saldenbestätigungen erstellt hat bzw. gefälscht hat bzw. wer dafür verantwortlich ist, dass diese Bestätigungen von dem Prüfer Ernst & Young akzeptiert wurden.)

 

Aus den eingegangen Stillhaltergeschäften (vgl. Tz.284) besteht für die Gesellschaft ein Marktpreisrisiko. Per 30. September 2002 beträgt die gesamte Margin, die einen potentiellen Verlust aus den getätigten Short-Geschäften abdecken soll und die bei den beiden Brokern Man Financial und Refco hinterlegt ist, TEUR 2.705……“

(Anmerkung Toros. Diese Margin hätte bei einem angeblichen Eigenkapital des PMA von etwa 500 Millionen Euro bei etwa 1 Milliarde Euro liegen müssen, und nicht bei 2,7 Millionen)

 

Phoenix Kapitaldienst und die Bedeutung von „Equity Runs“ bei Börsenterminkonten

Auf den Equity Runs, die ein Brokerhaus (z.B. Phoenix Kapitaldienst GmbH) von dem Clearing-Broker (hier MAN) täglich erhält (früher per Telefax, heute online), sind sämtliche Konten des Brokerhauses mit allen Positionen, Salden, Margin-Requirements etc. aufgelistet, auch die Trades des Vortages.

Bei Phoenix wurden diese Equity-Runs zum Teil über den zwischengeschalteten Introducing Broker „Mastman Wells“ an Phoenix per Telefax übersandt (aktenkundig).

 

Auf diesen Equity-Runs fehlte täglich das mysteriöse, nicht-existente Konto M 2540.

 

Das bedeutet, dass jede Person– bei Phoenix oder jeder anderen möglicherweise zwischengeschalteten Institution -, die diesen Equity-Run einsehen konnte, wissen musste, dass es das Konto M 2540 nicht gab.

 

 

Auch die Werbebroschüre von Phoenix war so widersprüchlich, dass einem sachkundigen und aufmerksamen Beobachter – und das sollten Wirtschaftsprüfer und die Aufsichtsbehörden doch an sich sein – schwere Bedenken hätten kommen müssen:

„In aller Regel verkaufen wir Strangles, d.h. gleichzeitig Put- und Call-Optionen, die beide aus dem Geld liegen. Dann ist durch die zweifache Prämieneinnahme das Sicherheitspolster gegen ungünstige Marktbewegungen doppelt so gross….“

….

Wer sich am Managed Account beteiligt, muss mit folgenden Kosten rechnen, die zurückverdient werden müssen, bevor der Beteiligte einen Wertzuwachs erwarten kann:

Verkaufsagio 7%, das bei grösseren Anlagebeträgen abnimmt,

Verwaltungskosten 0,5% pro Monat,

Die Transaktionskosten („commission“) für jeden Handel betragen USD 20. Hiervon erhält Phoenix einen Betrag von ca. USD 5 als Vergütung.

Zusätzlich hierzu erhält Phoenix die auf die Kassenreserve erwirtschafteten Zinsen als Vergütung.“

 

Später kommt folgender Text, der widersprüchlich zu dem o.a. Text ist:

 

„Die Zuordnung der Zinsen für die Kassenreserve des Phoenix Managed Account als Vergütung an Phoenix könnte Phoenix verleiten, entgegen den Interessen der Beteiligten sich möglichst geringfügig am Markt zu engagieren und sich bietende Geschäftschancen auszulassen.“

 

Anmerkung:

Den Wirtschaftsprüfern und den Aufsichtsbehörden hätte der Unsinn dieser Ausführung auffallen müssen: bei Stillhaltergeschäften – und nur solche sollten und durften an sich in dem PMA gemacht werden und wären laut Prospekt zulässig gewesen – hätten sich die Kassenreserve und die Zinseinnahmen der Phoeinx erhöht.

Dem aufmerksamen Leser hätte dieser Widerspruch auffallen müssen, der ein klares Indiz dafür ist, dass die Phoenix nie beabsichtigt hatte, die versprochenen Geschäfte duchzuführen.

Aufgefallen ist allen für die Überwachung des Betrugsunternehmens verantwortlichen Personen angeblich nichts.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

 

 

Phoenix Sonderprüfungsgutachten von Ernst & Young

31. März 2002

Zitate:

 

„In den oben genannten Teilmärkten werden sowohl Long- als auch Short-Positionen eigegangen, Zum Prüfungszeitraum lag der Schwerpunkt der Optionsgeschäfte in Long-Straddle-Positionen…

(Anmerkung Toros: es hätten laut Prospekt nur Short-Positionen aufgebaut werden dürfen, primär Short-Strangles)

 

Es bestehen Differenzen zwischen dem extern bestätigten Treuhandvermögen und dem intern gebuchten, welche sich nicht im Einzelnen abstimmen lassen….

 

Phoenix ordnet die Salden eines bei einer Bank extern geführten Kontos mit Kundengeldern intern dem Treuhandkreis zu, jedoch handelt es sich bei dem Konto um kein Treuhandkonto (vgl. Tz. 94). Darausfolgend liegt ein Verstoss gegen die Anforderung des § 34a WpHG vor, wonach Wertpapierdienstleistungsunternehmen, die kein Einlagenkreditinstitut sind, Kundengelder auf Treuhandkonten zu verwahren haben.

 

Für drei Bankkonten konnte kein geeigneter Nachweis über die Treuhandeigenschaft geführt werden (vgl. Tz. 93)…………

 

Das Treuhandvermögen gemäss der Hauptbuchhaltung BAAN übersteigt den entsprechenden Betrag, der im Monatsabschluss ausgewiesen wurde, um TEUR 484. Die Differenz konnte nicht erklärt werden….

 

Aus den dargelegten Prüfungsfeststellungen folgt weiterhin, dass bei der Phoenix in der Vergangenheit keine Abstimmung zwischen dem internen Buchungskreis und externen Bestätigungen mit dem Ziel der Identifizierung von Differenzen und der anschliessenden Eliminierung durch Zuordnung der Differenzen zu einzelnen Geschäftsvorfällen stattgefunden hat….

 

Aus dem Vergleich zwischen dem in der Hauptbuchhaltung geführten Saldo des Treuhandvermögens resultierte eine Differenz in Höhe von TEUR 878. In dieser Höhe übersteigt das extern bestätigte Treuhandvermögen die intern geführten Bestände….

 

Anhand der Summen- und Saldenlisten der Debitoren und Kreditoren zum 31. Dezember 2001 haben wir im Rahmen einer Zufallsstichprobe die Übereinstimmung der in den Listen ausgewiesenen Salden mit den Salden, welche im Nebenbuch zum genannten Zeitpunkt geführt wurden, geprüft. Dabei kam es zu umfangreichen Abweichungen…..

 

Derzeit werden zwar die geführten Kundensalden dem Kunden mitgeteilt, es erfolgt aber keine Abstimmung mit den gebuchten Treuhandvermögen und extern bestätigten Treuhandvermögen….

 

Infolge der Vermischung von Kundengeldern mit unternehmenseigenen Geldern sowie der Berechnungssystematik der aufgelaufenen Provisionen durch eine Differenzbildung ist eine genaue Quantifizierung des Fremdwährungsrisikos nicht möglich….

 

Aus den eingegangen Stillhaltergeschäften (vgl. Tz.284) besteht für die Gesellschaft ein Marktpreisrisiko. Per 30. September 2002 beträgt die gesamte Margin, die einen potentiellen Verlust aus den getätigten Short-Geschäften abdecken soll und die bei den beiden Brokern Man Financial und Refco hinterlegt ist, TEUR 2.705……“

(Anmerkung Toros. Diese Margin hätte bei einem angeblichen Eigenkapital des PMA von etwa 500 Millionen Euro bei etwa 1 Milliarde Euro liegen müssen, und nicht bei 2,7 Millionen)

 

 

 

PMA – Phoenix Managed Account - Broschüre

Der Phoenix Kapitaldienst GmbH

 

„Stillhalter – die Profis im Optionsgeschäft…

 

Weniger risikofreudige Anleger sind auf der Verkäuferseite – als Stillhalter – besser aufgehoben. Für sie haben wir Ende 1992 nach dreijähriger erfolgreicher Markterprobung das PHOENIX Managed Account aufgelegt…..

 

Die bezahlte Optionsprämie vereinnahmt der Stillhalter, in diesem Fall die Gemeinschaft der am PHOENIX Managed Account beteiligten Partner….

 

Sind einmal die interessanten Märkte für das Optionsschreiben gefunden, gehen wir auf die Suche nach geeigneten Optionen, die wir verkaufen können…..

 

In aller Regel verkaufen wir Strangles, d.h. gleichzeitig Put- und Call-Optionen, die beide aus dem Geld liegen. Dann ist durch die zweifache Prämieneinnahme das Sicherheitspolster gegen ungünstige Marktbewegungen doppelt so gross….“

….

Wer sich am Managed Account beteiligt, muss mit folgenden Kosten rechnen, die zurückverdient werden müssen, bevor der Beteiligte einen Wertzuwachs erwarten kann:

Verkaufsagio 7%, das bei grösseren Anlagebeträgen abnimmt,

Verwaltungskosten 0,5% pro Monat,

Die Transaktionskosten („commission“) für jeden Handel betragen USD 20. Hiervon erhält Phoenix einen Betrag von ca. USD 5 als Vergütung.

Zusätzlich hierzu erhält Phoenix die auf die Kassenreserve erwirtschafteten Zinsen als Vergütung.

 

 

Später kommt folgender Text, der widersprüchlich zu dem o.a. Text ist:

 

Die Zuordnung der Zinsen für die Kassenreserve des Phoenix Managed Account als Vergütung an Phoenix könnte Phoenix verleiten, entgegen den Interessen der Beteiligten sich möglichst geringfügig am Markt zu engagieren und sich bietende Geschäftschancen auszulassen.

 

Anmerkung:

Den Wirtschaftsprüfern und den Aufsichtsbehörden hätte der Unsinn dieser Ausführung auffallen müssen: bei Stillhaltergeschäften – und nur solche sollten und durften an sich gemacht werden und wären laut Prospekt zulässig gewesen – hätten sich die Kassenreserve und die Zinseinnahmen der Phoeinx erhöht.

Dem aufmerksamen Leser hätte dieser Widerspruch auffallen müssen, der ein klares Indiz dafür ist, dass die Phoenix nie beabsichtigt hatte, die versprochenen Geschäfte duchzuführen.

 

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

 

 

 

 

 

Phoenix Kapitaldienst GmbH

 

Zitate aus dem WpHG-Prüfbericht 2003 des Dr. Godehard Pucklers:

 

„Dies ist besonders dadurch auch erklärbar, dass die Firma seit nunmehr 28 Jahren einen sehr zufriedenen und grossen Kundenstamm in Deutschland und Skandinavien aufgebaut hat. Dabei haben potentielle Kunden, die anlegergerechtes und anlagegerechtes Verhalten suchen, längst erkannt, dass die PHX werblichen Maßnahmen nichts anderes versprechen, als über diese lange Erklärungszeit auch belegt werden konnte.

….

Darüber hinaus ist die Risikobelehrung in den Prospekten beispielhaft.

..

Wie der interne und externe Vertrieb arbeitet, kann im einzelnen dem umfangreichen Bericht der Erstprüfung entnommen werden, an der auch die Vertreter des damaligen BAWe teilgenommen haben.

Bei der Geschäftsführung handelt es sich um Experten auf dem Fachgebiet Options- und Futureshandel, die darüber hinaus langjährige erfolgreiche Unternehmensführung praktiziert haben. Auf dieser Grundlage erfolgt die gezielte Mitarbeiterauswahl (Lebenslauf, Zeugnisse, polizeiliches Führungszeugnis) und Mitarbeiterschulung.

….

Der ausländische Broker bestätigt PHX täglich die Ausführung der erteilten Aufträge per Telefax sowie Einzelheiten zu den geschlossenen Geschäften (Art, Menge, Basispreis, Optionspreis, Verfalldatum). Die Gesellschaft erhält über jedes Geschäft eine Ausführungsbestätigung, die von PHX täglich geprüft und mit den Kundenaufträgen abgestimmt wird.

Die PHX erhält monatlich ein Statement of Account vom Broker. Der Auszug enthält alle im abgelaufenen Monat erfolgten Transaktionen.

Margin-Gelder, die im Rahmen des Managed Account für geschriebene Optionen erforderlich sind, werden von den Treuhandkonten gemeinschaftlich abdisponiert und auf das dafür vorgesehene Gemeinschaftstreuhandkonto beim Broker eingezahlt.

…“

Anonyme Anzeige bei der Finanzdienstleistungsaufsicht (siehe Vorjahresbericht) wurden mir bei dieser Prüfung nicht zur Kenntnis und Kommentierung gebracht….Insofern ist nicht auszuschließen, dass es weiterhin anonyme Anzeigen geben wird. Sollte das Amt Anzeigenabsender lokalisieren können, wäre es zweckmässig, diesen Fällen nachzugehen.“

 

 

 

Anmerkung Toros: BAWe = Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel, Berlin; Vorläufer der heutigen BaFin

 

 

 

 

 

Phoenix Kapitaldienst GmbH, Frankfurt, und ihre Wirtschaftsprüfer

 

Zitate

Bestätigung Man Financial

an

„Dipl-Hdl. Dr. Godehart Puckler, Wirtschaftsprüfer/Steuerberater, Kaiser-Friedrich-Promenade 74, 61348 Bad Homburg v.d.H

vom 11. Juli 2011:

„Dear Sirs,

as per your audit request, please find enclosed the end of month statement for the Phoenix accounts held with us at 29th December 2000. The account numbers are:

M 2538

M 2539

M 2780

M 3663

Z 7000

If you have any queries don’t hesitate to contact me. My telephone number is 00 44 207 285 5706.

Yours sincerely

Robert Clover

Client Services”

 

(Anmerkung Toros: der wesentliche Saldo der Konten von Phoenix bei Man, über 90%, befand sich angeblich im Konto M 2540; einem Konto, das es ausweislich dieser Bestätigung der Depotstelle gar nicht gab; wie kann ein Wirtschaftsprüfer vor diesem Hintergrund eine Saldenbestätigung für das Konto M 2540 als Grundlage seines testierten Berichts nehmen?)

 

 

Ernst & Young Sonderprüfungsgutachten nach § 44 KWG vom 31. März 2002, unterzeichnet von den Wirtschaftsprüfern Müller-Tronnier und Heist

„…2.2. Prüfung auf Vorliegen von Treuhandkonten

87 Zum 30. September 2002 sind gemäss externer Bestätigung folgende Konten vorhanden, welche die Gesellschaft dem Treuhandkreis zuordnet:

30.9.2002

TEUR

Treuhandkonten bei Brokern und Banken

3 Depotkonten bei Man Financial Ltd., London, Grossbritannien                       412.264

3 Depotkonten bei Refco Inc., Chicago, USA                                                                  63

5 Geldkonten bei Man Financial Ltd., London, Grossbritannien                              5.777

3 Geldkonten bei Refco Inc., Chicago, USA                                                                1.755

3 Treuhandkonten bei der Frankfurter Sparkasse                                                       17.038

5 Treuhandkonten bei der Svenska Handelsbanken, Stockholm,S.                       14.100

4 Treuhandkonten bei der Finansbanken, Kopenhagen, Dänemark       12.209

1 Konto bei der Postbank                                                                                   1.549

2 Treuhandkonten bei anderen Banken                                                                      172

Kontostand der Treuhandkonten                                                                                 464.927

 

(Anmerkung Toros: bei Man hatte die Phoenix zu dieser Zeit nur circa 10 Millionen Euro, nicht aber die hier ausgewiesenen 412,264 Millionen Euro; es stellt sich die Frage, wer die falschen Saldenbestätigungen erstellt hat bzw. gefälscht hat bzw. wer dafür verantwortlich ist, dass diese Bestätigungen von dem Prüfer Ernst & Young akzeptiert wurden.)


Phoenix Kapitaldienst GmbH, Frankfurt am Main – Schneeballsystem

Historie der betrügerischen Gesellschaft:

Phoenix Kapitaldienst GmbH wurde laut Handelsregisterauszug im Jahr 1976 (der Gesellschaftervertrag datiert vom 12. Oktober 1976) gegründet, erster Geschäftsführer war Dieter Hermann Johannes Clobes. Am 20. Juni 1977 wurde dann Dieter Breitkreuz als alleiniger Geschäftsführer im Handelsregister eingetragen. Ab 1998 wurde die Gesellschaft durch die BaFin überwacht und war auch Mitglied der EdW.

 

Das „traditionelle“ Geschäft der Phoenix Kapitaldienst GmbH seit Gründung der Gesellschaft war der Handel mit Warenterminoptionen zu sittenwidrig hohen Gebühren von über 50%. Die Höhe dieser Gebühren war den Kunden, den Prüfern und den Aufsichtsbehörden bekannt. Abgewickelt wurde unter anderem über die Brokerhäuser Bailey Shatkin, Mocatta, Gardner, Hainold und über Phoenix Ltd. in London. In diesem traditionellen Geschäftsbereich „Handelbare Optionen“ wurden bekanntermassen durchweg fast alle Kundengelder „vernichtet“ beziehungsweise durch „Churning“ in Gebühren umgewandelt. Trotz dieser sittenwidrig hohen Spesen und den bekanntermassen ständig auftretenden Verlusten der Kunden bis hin zum Totalverlust in dem einen Geschäftsbereich „Handel mit Warenterminoptionen“, erregten die angeblich sagenhaft guten und stabilen Ergebnisse der Firma Phoenix Kapitaldienst GmbH in dem zweiten Geschäftsbereich „Managed Accounts mit Investments in ebensolche Warenterminoptionen“ angeblich bei keinem der mit Phoenix Kapitaldienst GmbH befassten Aufsichtsorgane und Prüfer den Verdacht, dass es bei diesen erstaunlich guten und vor allen Dingen stabilen Gewinne der Phoenix Kapitaldienst GmbH vielleicht nicht mit rechten Dingen zuging.

 

Das betrügerische Managed Account wurde von Phoenix Kapitaldienst GmbH erst seit Mitte der 90-er Jahre angeboten. Ein einziger Anruf bei der Depotstelle MAN, ob es das Hauptkonto dort tatsächlich gibt, hätte sofort die Aufklärung gebracht. Dieser klärende Anruf ist jedoch über viele Jahre nicht erfolgt, bis ein neuer Buchhalter nach wenigen Tagen vor Ort einen entsprechenden Anruf tätigte.

 

Die echten Konten bei MAN (Volumen ca. 5 Millionen Euro) wiesen mehr oder weniger durchweg hohe Verluste auf. Dies steht in starkem Kontrast zu den behaupteten stabilen Gewinnen in dem „Phoenix Managed Account“. Wo hätten die herkommen können, wenn in allen echten Konten nur Verluste gemacht werden? Und ist es aus Sicht der depotführenden Stelle plausibel, wenn in allen echten Konten nur Verluste gemacht werden, dass der Kontoinhaber offiziell und grossflächig mit stabilen Gewinnen wirbt?

 

Im März 2005 flog der Betrug der Phoenix Kapitaldienst GmbH auf, nachdem sich der neue Phoenix-Buchhalter Lipke bei der Depotstelle MAN (www.manfinancial.com) nach Details zu dem Konto M2540 erkundigen wollte. MAN teilte laut Angaben von Phoenix-Mitarbeitern erst mit, dass man abweichende Salden habe, später dass man dieses Konto gar nicht kenne. (neben diesem nicht-existenten Konto unterhielt Phoenix Kapitaldienst GmbH bei MAN tatsächlich ein oder zwei kleine „real existierende“ Konten). MAN hatte die Geschäftsbeziehung mit Phoenix von der Firma Mocatta übernommen, deren entsprechende Abteilung von Standard Chartered an MAN verkauft worden war. Vorher war Mocatta von der Bank of Nova Scotia an Standard Chartered verkauft worden.

Besonders bemerkenswert bei der Anfrage von Herrn Lipke bei der Depotstelle MAN ist, dass MAN auf die erste Anfrage von Herrn Lipke am 4. Februar 2005 offenbar überhaupt nicht reagierte. Es ist für eine Depotstelle äusserst ungewöhnlich, dass man auf die Nachfrage eines Kunden nach einem Depot überhaupt nicht reagiert – insbesondere wenn dieses Depot nicht existiert. Normalerweise wird so etwas unverzüglich bearbeitet und richtiggestellt.

 

Über viele Jahre wurden die Auszüge des Kontos M2540 gefälscht, in dem sich zuletzt etwa 800 Millionen Euro befunden haben sollten. Das Konto begann mit einem Saldo von Null und es gab nie Ein- und Auszahlungen. Trotzdem wuchs das Konto auf erstaunliche 800 Millionen an, ohne dass das jemandem auffällig vorgekommen wäre. Wie kann aus „Null“ unter normalen Umständen mehr als „Null“ werden? Zu Lebzeiten des alten GF Dieter Breitkreuz wurden die Auszüge wohl täglich gefälscht, nach seinem Ableben im Jahr 2004 anscheinend nur noch monatlich (es ist u.E. rechtlich vorgeschrieben, dass Broker über jedes der durchgeführten Geschäfte umgehend einzelne Abrechnungen erstellen). Es stellt sich die Frage, wo und von wem die Monatsauszüge gefälscht wurden, angeblich von Herrn Milde in Frankfurt. Mitabeiter von Phoenix äusserten den Verdacht, dass Herrn Milde die Angaben telefonisch von einer dritten Person durchgegeben wurden. Herr Milde telefonierte, wie Phoenix Mitarbeiter bestätigten, einmal im Monat länger mit einem „Nick“ in England. Einen „Nick“ gab es – wie e-mails bestätigen – bei MAN in London.

 

Der WP Dr. Godehard Puckler, Bad Homburg, hat über Jahre die Existenz des nicht-vorhandenen Kontos in seinen Prüfberichten bestätigt, jedes Mal mit der Angabe, dass ihm die entsprechenden Saldenbestätigungen direkt von den Depotstellen übermittelt worden seien (seine Gebühren erhöhte er von etwa DM 30.000 in 1999 auf etwa € 300.000 im Jahr 2004, bei mehr oder weniger gleichem Arbeitsvolumen). Nachdem die Sache aufflog, wurde dann behauptet, die Vordrucke für die Saldenbestätigungen habe Phoenix „versandt“ und dann die Bestätigungen gefälscht und an Dr. Puckler geschickt, der keinen Argwohn geschöpft habe – obwohl die Bestätigungen für die gefälschten Konten immer wesentlich später kamen als die Bestätigungen für die tatsächlich exisitierenden kleinen Konten von Phoenix bei MAN – da auf den entsprechenden Umschlägen eine englische Briefmarke aufgeklebt war.

 

Die Firma Mastman Wells – Herr Schwerdtfeger gilt als enger Freund des Phoenix-Gründers Dieter Breitkreuz – hat Phoenix anscheinend über viele Jahre begleitet/betreut. Phoenix war seit den 70-er Jahren im Warenterminbereicht tätig, hatte immer einen sehr schlechten Ruf und von Anfang an wurden fast alle Kundengelder immer verloren bzw. in Commissions umgewandelt. Herr Schwerdtfeger sowie auch die Firma Mastman Wells haben e-mail-Adressen von MAN verwandt, laut Herrn Schwerdtfeger hat MAN die Firma Mastman Wells irgendwann übernommen. Herr Schwerdtfeger wurde bei MAN vermutlich kurz nach dem Auffliegen des Phoenix-Betruges entlassen. Herr Schwerdfeger war regelmässig in dem Phoenix Büro in Frankfurt und hat regelmässig an den (angeblich legendären) Weihnachtsfeiern von Phoenix teilgenommen, an denen – es war auch eine Veranstaltung für die Vertriebe - auch immer die hohen Volumina bejubelt wurden, die eingeworben worden waren (und angeblich überwiegend auf dem Konto bei MAN vorhanden waren). Wenn Schwerdtfeger bei MAN für Phoenix zuständig war, hätte ihm als zuständigem Kundenbetreuer eigentlich die Diskrepanz zwischen den tatsächlich bei MAN vorhandenen 5 Millionen und den angeblichen 800 Millionen auffallen müssen. Herr Schwerdtfeger hat inzwischen in Frankfurt die Firma Traders Alliance GmbH eintragen lassen, hier taucht er als Doktor Schwerdtfeger auf. Herr Schwerdtfeger wird auch in Verbindung mit der Firma Stebo gebracht.

 

Der Kanzlei Praschma Hess gelang es, die Umsetzung des BaFin Bescheides aus dem Jahr 2002, der der Phoenix das Führen eines Treuhandkontos, in der Form wie es später zu dem Schaden führte, untersagte bis zuletzt zu verhindern – obwohl Klagen gegen den Bescheid ohnehin keine aufschiebende Wirkung haben und Phoenix die Klage im Jahr 2002 endgültig verloren hatte.

 

Es gibt viele weitere „Ungereimtheiten“, der Betrug war unseres Erachtens für jeden, der es nur sehen wollte, täglich leicht ersichtlich. So zum Beispiel anhand der täglichen „equity runs“, auf denen das Konto M 2540 immer fehlte.

 

Die Aufarbeitung des Falles durch den Insolvenzverwalter ist ebenso skandalös wie der Betrugsfall selbst: Der Insolvenzverwalter legt einen unseres Erachtens grob rechtswidrigen Insolvenzplan vor, der ihm selbst zusätzliche Gebühren in Höhe von etwa 8 Millionen Euro gewähren würde Die Hintermänner des Betruges werden nicht ermittelt Geschäftspartner von Phoenix, die zumindest „schlampig gearbeitet“ haben, werden nicht in Regress genommen Stattdessen sollen vollkommen unbeteiligte Finanzdienstleister über die EdW für einen grossen Teil des Schadens aufkommen.

 
Betrugsmodelle

Churning

überzogene Kommissionen im Börsenbereich durch unnötige Umschichtungen, vorwiegend bei Termingeschäften, kommt aber auch im Wertpapierbereich vor und auch bei Investmentfonds.

Nigeria Connection

verlorene „Vorlaufkosten“.

Falsche Lotteriegewinne

verlorene „Vorlaufkosten“.

Kredite ohne Prüfung

verbunden damit sind hohe Zinsen oder andere Fallstricke.

Kreditvermittlung an bonitätsschwache Unternehmen

es entstehen Vorlaufkosten für Prüfungen etc, die Kredite kommen dann doch nicht zustande, die Kosten sind verloren.

Kapitalvermittlung an bonitätsschwache Unternehmen

leichter Zugang zu Eigenkapital wird notleidenden Unternehmen suggeriert, Interessenten entstehen hohe Kosten für Analysen, Gutachten, Prüfungen – das Eigenkapital kommt am Ende nicht, die geschädigten Firmen stehen noch weiter am Abgrund als vorher.

Überhöhte Renditeversprechen

deuten auf Schneeballsystem hin, Garantien für alles über aktuellen Festgeldzinssätzen deuten auf ein unseriöses Angebot hin.

WT-Szene

mit Warentermingeschäften werden hohe Renditen suggeriert, auf die Kunden kommen hohe Provisionen zu, entweder durch sittenwidrig hohe prozentuale Spesen oder durch Churning – dies war eines der Geschäftsmodelle der Phoenix.

Bankgarantiehandel

hohe Renditen, kompliziertes Vertragskonstrukt, wertlose „Bankgarantien“.

Schrottimmobilien

mangelhafte Immobilien werden zu deutlich überzogenen Preisen verkauft, im Rahmen von geschlossenen Fonds oder als Direktinvestment.

Haustürgeschäfte/Kaffeefahrten

minderwertiger Trödel wird zu überhöhten Preisen als Schnäppchen angepriesen, die Kunden werden überrumpelt und haben keine Zeit zum Nachdenken oder für Preisvergleiche.

 

 

 
Banker

Banker - Tricksereien im Rohstoffhandel

n-tv 26.11.14

Der amerikanische Senat wirft Goldman Sachs Preismanipulation vor, unter der nicht nur die Wirtschaft im allgemeinen, sondern auch die Verbraucher gelitten haben. Ein überparteischer Untersuchungsausschuss kommt zu dem Ergebnis, dass vor allem Goldman Sachs, Morgan Stanley und JP Morgan Chase in den vergangen Jahren so weit in das Geschäft mit Rohstoffen vorgedrungen sind, dass das der Wirtschaft schade.

Ein weiteres Beispiel für die ungebremste Gier der amerikanischen Finanzriesen. Teure Lobbyarbeit führte zu einer weitgehenden Deregulierung der Märkte, die dann schamlos ausgenutzt wurde. Bis vor etwa zwanzig Jahren durften Banken keine Rohstoffe besitzen. Heute besitzt Goldman besitzt eine eigene Kohlengrube in Kolumbien, riesige Aluminiumlager in Detroit, JP Morgan besitzt 31 Stromkraftwerke, Morgan Stanley hat 100 Öltanker und 55 Millionen Fass Rohöl und eigene Lieferverträge mit Großkunden.

Durch geschickte Lagerhaltung kann der Markt verknappt und Preise in die Höhe getrieben werden und man hat beste Marktdaten, mit denen die eigenen Banker wunderbar spekulieren können. Dabei laden die Banken auch enorme Risiken auf sich, die im Zweifelsfall wieder von den Steuerzahlern getragen werden.

 

Banker

FAZ: „Wie wir lernten, die Banken zu hassen“

(22. Dezember 2013)

„..Das Jahr 2013 geht zu Ende. Und systemrelevante Banken gefährden noch immer das Wohlergehen des Landes und vieler anderen Volkswirtschaften. Warum? Weil die Politik nur an den Symptomen herumkuriert, aber die Ursachen der Krise nicht bekämpft. Was sind die Ursachen der Krise? Dass die Banken zuwenig Eigenkapital haben, mit dem sie für Fehlspekulationen haften können….Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren – so lautet das skandalöse Geschäftsmodell der Banken. Mit diesem Modell haben sie die Welt an den Rand des Abrunds gebracht…..Man soll sich nicht zufrieden geben, solange das alte, verderbliche System bleibt. Im Kern wollen Banken weiterhin Geschäfte machen dürfen, deren Risiken sie der Gesellschaft aufhalsen. Denn sie weigern sich, den zentralen Sicherheitspuffer ihrer Bilanz – das Eigenkapital – auf eine sozialverträgliche Höhe zu bringen. Warum weigern sich die Banken so hartnäckig? …Wegen des Hebels. Dieser Zauberstab des Fremdkapitals vervielfacht bei geringem Eigenkapital die Renditechance gewaltig. So etwas mögen die Banker. Denn dann können sie sich hohe Gehälter zahlen und saftige Boni gönnen. Aber der Hebel wirkt leider auch in die andere Richtung…..Wirtschaftsnobelpreisträger Eugene Fama: „Die Erwartung der Rettung durch den Steuerzahler verleiht den Banken teuflische Anreize, viel zu hohe Risiken einzugehen….Hätten die Banken in der Finanzkrise mehr Eigenkapital gehalten, hätten die Aktionäre viel Geld verloren, die Welt als Ganzes aber nicht so viel.“……Zwischen 2008 und 20123 mussten die europäischen Staaten nach Auweis der Europäischen Kommission ihre Banken mit 5,1 Billionen Steuergeld „retten“…….Risiko und Haftung gehören zusammen. Wer die Boni einstreicht, muss auch für die Verluste geradestehen……Die Banken heucheln Demut. Doch wahre Demut bestünde darin, für mehr Eigenkapital zu sorgen. Das aber scheuen sie wie der Teufel das Weihwasser………diese Zahlen ändern nichts daran, dass alle Banken der Welt….insgesamt grottenschlecht kapitalisiert sind. Um das zu kaschieren, werfen die Banken Nebelkerzen in die Öffentlichkeit…..Wer so argumentiert, unterschlägt auf ziemlich unanständige Weise die Kosten, die er der Allgemeinheit aufgebürdet hat……Das Argument, wonach höhere Eigenkapitalanforderungen zwingend zu höheren Kreditzinsen führen, ist weder theoretisch noch praktisch haltbar…….Wenn höhere Kapitalanforderungen Banken veranlassen, weniger zu verleihen, dann deshalb,weil sie Eigenkapital nicht erhöhen wollen……Im 19. Jahrhundert waren Eigenkapitalquoten zwischen 25 und 40%! Prozent durchaus üblich….Was also tun, wenn die Banken nicht freiwillig erhöhen? Dann muss man sie zwingen…..Zwang ist ein schmutziges Wort…Rauspauken (Bail-Out) ist aber noch viel, viel schmutziger.“

 

Banker

„….Weit mehr als eine Fussnote ist mir der Hinweis wert, dass die Deutsche Bank AG - wie andere grosse Banken auch - aus der Rettung der AIG durch den US-Staat eine Zahlung über 11,8 Milliarden US-Dollar für fällige Sicherheiten erhielt. Warum ist mir dies eine Erwähnung wert, wo es sich doch um einen unzweifelhaften Zahlungsanspruch der Deutschen Bank handelt?

Nun, eine Bank wie diese, die mehrfach bekundet hat, dass sie staatliche Hilfsmassnahmen nie in Anspruch nehmen müsste, wird sehr genau wissen, wie hoch ihr Abschreibungsbedarf gewesen wäre, wenn es nicht eine Serie staatlicher Stützungsmassnahmen gegeben hätte. Ich vermute, dass die nationalen Stützungsmassnahmen für IKB und HRE, die US-Rettung der AIG, die Stützung des Einlagensicherungsfonds der deutschen privaten Banken durch die Angebote des Finanzmarktstabilisierungsgesetzes und die Gewährleistungen der EU-Staaten, unter anderem für Länder wie Griechenland, der Deutschen Bank AG einen Abschreibungsbedarf von 25 bis 30 Milliarden Euro erspart haben. Wären all diese Maßnahmen nicht erfolgt, hätte darüber sogar die Eigenkapitalausstattung der Deutschen Bank zum Problem werden können. Mit anderen Worten: Angesichts der vielen indirekten Vorteile aus diversen staatlichen Rettungspaketen sollte der Verzicht auf eine Inanspruchnahme direkter staatlicher Unterstützungsmassnahmen nicht so lustvoll betont werden…..“

Peer Steinbrück, "Unterm Strich"

 

 

„Erst zogen einige Bankmanager ihre Kunden mit obskuren und riskanten, aber provisionsträchtigen Anlagen über den Tisch. Dann nahmen sie ihre Anteilseigner aus, indem sie saftige Bonuszahlungen von den Erträgen abzogen und nicht etwa als Dividenden ausschütteten oder dem Eigenkapital zuführten; anschliessend jagten sie in ihrer Risikoignoranz den Wert der Banken in den Keller. Dann nahmen sie einzelne Staaten aus, indem diese sich gezwungen sahen, systemrelevante Banken mit Steuermitteln zu stabilisieren. Und schliesslich nahmen sie ganze Staatengemeinschaften aus, indem sie ihnen Notfallpakete abverlangten, mit denen ihre Kredite an bankrotte Staaten abgesichert wurden.“

Aus Peer Steinbrück, „Unterm Strich“

 

 

„Weitere Erfahrungen mit Bankmanagern liessen meinen Respekt für diese unantastbar kompetent erscheinende und von ihrer eigenen Bedeutung getragene Kaste systematisch sinken....“

Peer Steinbrück, „Unterm Strich“

 

 

„Das Einmaleins der Devisenbetrüger“

FAZ 13.11.2014, Marcus Theuer

„Wie Bankenhändler die wichtigsten Referenzkurse im Währungshandel manipuliert haben“

„Sie nannten sich ‚die Spieler‘, die ‚drei Musketiere‘ und …“A-Team“ – über Jahre hinweg haben verschworene Cliquen von Devisenhändlern großer Banken den internationalen Währungsmarkt manipuliert. In elektronischen Chatrooms tauschten sich die Mitglieder des Devisenzocker-Kartells untereinandern aus, um auf Kosten ihrer Kunden Profite einzustreichen…..Geldbußen von umgerechnet rund 2,7 Milliarden Euro….Im globalen Devisenhandel werden täglich rund 5,3 Billionen Dollar umgesetzt…..Der Glaube an faire Devisenkurse ist mittlerweile verflogen…Währungshandel weitgehend unreguliert und intransparent….‘Anreiz und Gelegenheit‘ zu Tricksereien …….Besonders dreist haben es die Manipulateure in den Handelssälen der Banken offensichtlich beim sogenannten ‚4pm London fix‘ getrieben. Beim ‚4pm fix‘ zum Ende des Londoner Handelstages werden täglich um vier Uhr nachmittags Kassapreise für 160 Währungen ermittelt….die mit Abstand wichtigsten Referenzwerte im Währungshandel….die Bankenhändler..garantieren ihren Kunden vorab, dass diese ihre Geschäfte zum Kassakurs abwickeln können, der beim Fixing ermittelt wird….Berechnet werden die Kassakurse auf Basis von Aufträgen , die während eines Zeitraums von nur einer Minute durch das Handelssystem des Finanzdienstleisters WM Reuters geschleust werden. Die Mitglieder des Devisenkartells haben sich vorab untereinander informiert, welche Aufträge sie während des ‚Handelsfensters‘ um 16 Uhr abwickeln wollen. Durch eine abgestimmte Stückelung der Aufträge während der entscheidenden Handelsminute versuchten sie den Kassapreis so zu beeinflussen, dass sie daraus Gewinn schlagen konnten….

 

 

Sittenverfall im Bankwesen - Ungehaltene Rede

15.07.2004, von Dr. h.c. Ludwig Poullain

Eigentlich hätte ich zum Thema „Landesbanken im Wandel der Zeiten“ zu Ihnen sprechen sollen - und auch gerne sprechen wollen. Doch dann wäre ich kaum umhingekommen, mich mit der herrschenden Lehre der Öffentlich-Rechtlichen streitbar auseinanderzusetzen. Und dies hätte zum Frevel an diesem hohen Feiertag werden können.

So wählte ich „Bank und Ethos“, im Glashaus sitzend - habe ich doch selbst einmal in diesem Gewerbe gegen die Gebote des Ethos verstoßen, war darum auch angeklagt, zwar vom Kadi freigesprochen, dann jedoch meinem eigenen Urteilsspruch unterworfen. Ich hatte gefehlt. Und ich fand es gerecht, daß ich dafür meinen Tribut zu zollen hatte. So fühle ich mich frei, frei genug, die gegenwärtige Szene kritisch zu beurteilen. Dennoch werde ich mich hüten, allzu dicke Steine in die Hand zu nehmen; jedoch werde ich auch nicht nur Sandkörnchen gegen die Glasscheiben werfen.

Es geht mir nicht um aktuelle Ereignisse - auch wenn ich Begebenheiten als Beispiele für moderne Verhaltensnormen nennen werde. Das Thema ist zeitlos. Bereits mit der Gründung der ersten Bank war es akut. Zum Einstieg wähle ich den öffentlichen Auftrag - nicht den, den die öffentlich-Rechtlichen für sich beanspruchen, sondern den an die gesamte deutsche Kreditwirtschaft gerichteten Öffentlichen Auftrag, die Bürger dieses Landes mit ihren Dienstleistungen zu versorgen, und dies in redlicher Art.

Redlich: welch schönes altes deutsches, welch treffendes Wort. Es beinhaltet Ehrlichkeit, Offenheit, Beflissenheit, Bereitwilligkeit, es bedeutet, gleichermaßen zu dienen wie zu leisten.

Schon vor mehr als 200 Jahren hat Kant den Bankdienstleistern die moralischen Verhaltensnormen hierfür vorgegeben: „Man darf sich bei Vergehungen gegen die Redlichkeit niemals auf die Schwäche der menschlichen Natur berufen; denn in der Redlichkeit kann man vollkommen sein.“ Kant unterstellt also bei einer Verletzung des Gebotes der Redlichkeit den Vorsatz. Somit hat er damals bereits Knebelungsverträge, Zinswucher, Übervorteilung, Ausnutzung von Unwissen, Verführung Unkundiger, Mißbrauch von Macht gegenüber Abhängigen und was es auf diesem Gebiet noch an weiteren Unarten geben sollte, unter sein moralisches Verdikt gestellt.

Anschwellender Bankgesang

Ob neben erfolgreichem Wirtschaften auch moralische Prinzipien das Denken und Handeln eines in einer Bank Verantwortlichen leiten sollten, vor diese Frage fühlte ich mich erstmals gestellt, als Ende der sechziger Jahre die Schlagworte „Macht der Banken, Machtmißbrauch durch die Banken“ zu aktuellen Themen wurden.

„Die Banken verfügen über eine große Macht. Sie wird im stillen ausgeübt. Also ist sie unkontrollierbar. Darum verführt sie zum Mißbrauch“, so lauteten die Thesen der damals Jungen und Wilden (heute bekleiden sie Ämter wie, beispielsweise, das des Bundeskanzlers). Sie forderten mehr Kontrolle über die Banken und, in ihrer Konsequenz, dann auch deren Verstaatlichung. Was macht man, wenn man so attackiert wird? Man entrüstet sich gebührend.

Aber war es nicht wirklich Ausübung von Macht, über Kreditlenkung auf Industrie und Wirtschaft Einfluß zu nehmen, war es nicht stille Gewaltanwendung, in den von uns Bankleuten durchsetzten und bestimmten Aufsichtsräten die Richtung zu bestimmen?

Die Attacken gegen die Macht der Banken wurden dann auch von Politikern, denen andere Mächtige neben sich dulden zu müssen lästig ist, allzugern aufgegriffen. Was ihnen jedoch mehr mißfiel, war das in den Banken angesammelte umfassende Wissen über die wirtschafts- und finanzpolitischen Zusammenhänge in unserem Land und die Bereitschaft, dieses Wissen den Bürgern ungeschminkt zur Kenntnis zu bringen, also fundierte Kritik zu üben. Solche Äußerungen trafen die Regierenden an empfindlicher Stelle. Denn es ist schon etwas grundlegend anderes, wenn gebündelter Sachverstand kritisch spricht, als wenn eine Opposition alles negiert, was eine Regierung sagt, macht oder unterläßt.

Als ich von dem damaligen Ministerpräsidenten meines Landes - der schon vor geraumer Zeit verstorben ist - aufgefordert wurde, als Chef einer öffentlich-rechtlichen Bank, an der das Land Nordrhein-Westfalen maßgeblich beteiligt sei, kritische Äußerungen gegenüber der Wirtschaftspolitik des damaligen Bundeskanzlers Helmut Schmidt zu unterlassen, fühlte ich mich weniger in meinen Rechten beeinträchtigt als vielmehr an der Ausübung meiner Pflichten gehindert.

So habe ich ihm dann geantwortet, daß er als Politiker das Grundgesetz, in dem mein Recht auf freie Äußerung meiner Meinung verbrieft sei, sicherlich besser kenne als ich. Was jedoch die Wirtschafts- und Finanzpolitik beträfe, fühlte ich mich als einer der Bestinformierten in unserem Lande. Wenn dann also ein Journalist mir eine Frage stellte, deren Beantwortung ich als wichtig ansähe, so würde ich es auch in Zukunft als meine Pflicht und zu meinen Aufgaben gehörend ansehen, diese mit öffentlicher Wirkung zu beantworten. Seine Replik: „Dann ist das Tischtuch zwischen Ihnen und mir zerschnitten.“ Das war dann so und blieb auch so.

Seit jeher ist es unbequem, eine eigene Meinung zu haben; noch beschwerlicher kann es werden, wenn man sie auch von sich gibt. Der letzte unserer Zunft, der die hierzu nötige Courage noch aufbrachte, war Alfred Herrhausen. Seitdem äußern sich die Sprecher der Vorstände lieber nicht mehr öffentlich kritisch zu Fragen der Wirtschaftspolitik. So können sie sich des Wohlwollens der Mächtigen sicher sein. Ersatzweise werden Chefvolkswirte zum unverbindlichen Talk ins Fernsehen entsandt. Meines Erachtens gehört es aber zu den ethischen Pflichten der Bankherren, ihr Wissen und ihren kritischen Sachverstand zur Aufklärung schwieriger wirtschaftspolitischer Zusammenhänge zum Wohle der Bürger, die diese Vorgänge nicht zu deuten vermögen, offenzulegen, auch wenn sie damit den Regierenden auf die Füße treten und diese ihnen darob ihr Wohlwollen entziehen.

Wir alle bewegen uns in der Strömung unserer Gesellschaft; dabei können wir uns von ihr treiben lassen, oder aber wir können uns ihr entgegenstemmen. Die Banken dümpeln träge mitten im Strom. Mich als Methusalem aus dem vergangenen Jahrhundert erschreckt, wie radikal und in welch hohem Tempo sich die Normen unserer Gesellschaft ändern - ich empfinde dies als moralischen Zerfallsprozeß.

Anders als der 1945 aus dem Krieg heimkehrende geschlagene Soldat P., der es als Glück empfand, die Fesseln der Staatswirtschaft gegen die Freiheiten, die ihm der Kapitalismus bescherte, eintauschen zu können und sich darum auch seinem Land verpflichtet fühlte, nehmen sich die meisten Mitglieder unserer Gesellschaft nicht mehr als wesentliche Bestandteile unseres Staates wahr. Sie sind von Fördernden zu Fordernden geworden. Diese Denkungsart hat auch das einst hochangesehene Bankgewerbe erfaßt. Auch dort haben sich Wertmaßstäbe verschoben. Selbstverständlich nicht so derb und vordergründig wie im gemeinen Volke, sondern vornehm und auf hohem Niveau. Man nutzte in der Wirtschaft, also nicht nur bei den Banken, die Veränderungen auch als Chance, sich elitär zu gebärden.

Noch nicht fällige Vertragsverlängerungen für Vorstände an einem Abend vor einer Hauptversammlung, auf der gravierende Fehlprognosen zur Diskussion standen, zu beschließen wird aktienrechtlich korrekt gewesen sein. Aber es war auch: instinktlos, taktlos, hoffärtig und arrogant. Daß einer aus unserer Branche hieran maßgeblich mitgewirkt hat, verletzte das Ethos unserer Zunft.

In Düsseldorf stehen einige Herren der Wirtschaft, darunter auch ein Banker, vor dem falschen Gericht. Denn die im Strafgesetzbuch stehenden Texte können den Kern der Handlungen nicht werten. Kant: „Der Gerichtshof ist im Innern des Menschen aufgeschlagen“, und „Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne“.

Es entspricht den Standards unserer Gesellschaft, daß sie das Geld, das verteilt worden ist, in das Zentrum ihrer Kritik gerückt hat. Doch nicht die Höhe der Beträge bemißt das Übel. Das liegt vielmehr in der Art, wie die Herren die Sache gemacht haben und als ihr Recht betrachten, so gehandelt zu haben: Wie sie mit ihren vor der Brust verschränkten Armen den Einzug des Gerichts erwarten, dieses Bild tut weh.

Uns in der Wirtschaft täte Demut zu empfinden, und sie mitunter auch zu zeigen, gut. Wir müssen nicht mit dem Kopf unter den Armen herumlaufen, aber ein Gespür dafür entwickeln, was in den Gemütern derer vorgeht, die nicht auf der Sonnenseite rechtssicherer Dienstverträge leben. Wir sind Pharisäer, wenn wir nur immer wieder auf den Mißbrauch sozialer Sicherungsinstrumente hinweisen, anstatt unser eigenes Tun selbstkritisch zu betrachten. Selbstkritische Gedanken scheinen einem Bankherren heute nicht mehr angemessen; das eigene Tun in Frage zu stellen - ich meine: vor sich selbst, nicht gegenüber dem Aufsichtsrat -, erscheint ihm als zinsloser Aufwand. Dabei hatten und haben wir so viele hervorragende Vorbilder!

Wenn ich sage, die heute in den Banken Handelnden seien stromlinienförmiger geworden, könnte das falsch verstanden werden: als meinte ich, sie hätten die Fähigkeit erworben, sich schneller den Herausforderungen zu stellen. Doch ihre windschlüpfige Form nutzen sie lieber dazu, sich solchen Verpflichtungen zu entziehen. Ist es nur Lässigkeit, wenn sie sich scheinbar unbedacht über die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden äußern? Hätte sich ein Hermann Josef Abs, der seinen Namen mit der ihm von uns Zeitgenossen zugestandenen Arroganz zu buchstabieren pflegte: „A wie Abs, B wie Abs, S wie Abs“, jemals dafür hergegeben, über einen Kunden Kreditschädigendes zu sagen?

Auch zu seiner Zeit hätte er einen Anlaß finden können, mit einer kundenschädigenden Aussage der eigenen Bank einen Vorteil zu verschaffen. Aber eher hätte er einen materiellen Nachteil hingenommen, als die ethische Maxime, das Bankgeheimnis wie ein Beichtgeheimnis zu wahren, zu verletzen. Heute dagegen scheinen Mächtige unserer Zunft nichts Anrüchiges mehr dabei zu finden, wenn sie scheinbar beiläufig in einem fernen Land vor einer laufenden Fernsehkamera einem ihrer Kunden, der ihrer Zunft nicht nur durch Kreditvertrag, in dem gegenseitig Stillschweigen vereinbart worden war, verbunden ist, sondern der sich, wenn der Grundsatz von Treu und Glauben noch gelten sollte, ihr anvertraut wähnte, Schaden zufügen - um danach von sich zu geben, sie hätten nichts von Bedeutung gesagt. Indem ein in unserer Branche Herausragender sein Wissen auf diese Weise öffentlich machte, verletzte er die zwar ungeschriebenen, aber bis dahin noch gültigen Gesetze unseres Gewerbes. Nun sind sie Makulatur.

Ich frage: Wie will die deutsche Kreditwirtschaft ihre an den Gesetzgeber gerichtete Forderung, das Bankgeheimnis nicht anzurühren, begründen, wenn einer ihrer Repräsentanten es derart verletzt hat? Die Bank wurde wegen Verletzung des Kreditvertrages in zwei Instanzen zur Leistung von Schadenersatz verurteilt. Da eine Revision nicht zugelassen wurde, wählte sie den Weg der Nichtzulassungsbeschwerde. Es galt erst einmal, Zeit zu gewinnen. Lange Fristen haben den Charme, Unangenehmes undeutlich werden zu lassen. Eine solche Taktik ist zwar nicht unbedingt ehrenhaft, aber bequem und wirksam.

Es gibt Vorgänge, die nicht verjähren, weil ihr moralischer Kern nicht verwittert.

Erdnüsse in den Strümpfen

Vor ziemlich genau zehn Jahren wurde der Peanut, der Wert einer Erdnuß, neu erfunden. Danach betrug er rund 50 Millionen Deutsche Mark. Doch das ist nicht mein Thema. Mich beschäftigt die Reaktion des Erfinders auf die massive Kritik, die ihm nach der Verkündigung seines Satzes entgegenschlug: „Mich verblüfft schon, mit welcher Vehemenz und Uneinsichtigkeit auf uns eingeprügelt wird“, sagte er und fuhr fort: „Wir haben niemandem geschadet außer uns selbst.“ Diese Aussage gibt nebenher Auskunft darüber, wem nach Meinung des Bankvorstandes die Bank gehört: ihm, selbstverständlich ihm, dem Vorstand, und nicht etwa den Aktionären.

Dieses „Wir haben niemandem geschadet außer uns selbst“ ist so unwahr wie unredlich. Ethos der Banken? Wollten sie sich mit diesem Nimbus umgeben, müßten die Leute an ihren Spitzen zunächst einmal danach trachten, ihre Köpfe mit einem anderen Geist zu füllen. Sie müßten ihre Instinkte und ihr Denken wandeln. Und dann auch noch den Untergebenen, deren Motivation sich im schnellen Geldmachen erschöpft, andere Wegmarken einpflanzen - auch ihren Investmentbankern. Doch selbst für Herakles, der die Erde von ihren Unholden befreite und sich klaglos allem Schlimmen beugte, wäre diese Aufgabe wohl zu schwer.

Ich maße mir nicht an, die herrschenden Verhältnisse zu ändern. Ich will nur etwas an sie rühren. So spreche ich nur von den Pflichten der Bankherren. Sie alle, wir alle sind unserer Gesellschaft gegenüber zu redlichem Handeln verpflichtet. Unsere Aufgabe ist es nicht, Waren zu produzieren und sie zu vertreiben. Wir sind Treuhänder. Die Bürger unseres Staates haben uns wesentliche Teile ihres von ihnen erarbeiteten Vermögens anvertraut. Dieses Vertrauen kann nur gerechtfertigt werden durch die Erfüllung der Pflicht, die Werte nicht nur sicher anzulegen, sondern auch mit einem höchstmöglichen Bonus auszustatten.

Diese Pflicht eines Verwalters fremder Vermögen hat eine andere Maxime als etwa die Pflicht eines Vorstandes eines Büromaschinenherstellers. Mich dünkt, daß an die Stelle der Pflicht, seine eigene Person, oder, falls vorhanden, seine Persönlichkeit, sich selbst mit Geist und Haut und Haaren in seine Aufgabe einzubringen, die Unverbindlichkeit gerückt ist. An die Stelle des sich auch dem Wohle dieses Landes verpflichtet fühlenden „Bankiers“ ist der „Banker“ getreten.

Was den Unterschied zwischen einem Bankier und einem Banker ausmacht? Der Bankier war ein vornehmer Mann, kein Vornehmtuer, er war also ein Herr, der die Kunst und die Geduld des Zuhörens beherrschte und so souverän war, seine eigene Meinung durch das, was er aufnahm, zu korrigieren. Er räumte den Ratgebern Zeit ein, und er nahm die Sorgen derer, die sich ihm anvertrauten, ernst. Er war kein Mann des schnellen Geldmachens, sondern suchte seinen Nutzen in der Beständigkeit einer Beziehung.

Ein Banker dagegen ist ein globaler Universeller. Er weiß nicht nur alles, er weiß auch alles besser; etwa von Abläufen in Produktion und Versand, von Forschung und Entwicklung, also von Dingen, von denen er von Haus aus nur wenig wissen kann. Hat er sich einmal eine Meinung gebildet, steht sie unverrückbar fest. Sie ist nicht mehr diskutierbar. Am liebsten verkehrt er nur unter Gleichgekleideten. Gepflegte Tischsitten und strikte Beachtung der Regeln der Etikette gelten ihm als Ausdruck hochentwickelter Kultur.

In den letzten zwanzig Jahren haben an der Spitze der Banken vier- bis fünfmal die Generationen gewechselt. Die heute sind um nichts schlechter, als wir, die Verflossenen, es waren. Nur anders sind sie. Den Herren der Neuzeit ist die Fähigkeit oder der Wille abhanden gekommen, sich mit ihren Institutionen zu identifizieren. Nannte man etwa in den siebziger Jahren den Namen Ponto, so nannte man damit gleichzeitig den Namen seiner Bank. Der Mann an der Spitze machte sich mit seiner Bank eins. Höre ich Ackermann, fallen mir Globalisierungswut und schwyzerischer Erwerbssinn ein, letzterer jedoch nur in verfremdeter Form. Ackermann ist dabei, die Identität der Bank, die einen stolzen Namen trägt und, dies bekenne ich gerne, für mich in meiner aktiven Zeit immer ein Vorbild für Abgewogenheit im Denken und Tun war, für immer und ewig wegzugeben. Auch der Herr Bundeskanzler hat auf dem letzten Sparkassentag in Frankfurt mit der staatsmännisch klingenden Formulierung, mit Fusionen „endlich in die Strümpfe zu kommen“, diese Politik für gut und richtig erklärt, wobei er es nicht unterließ, den Landesbanken seinen speziellen Rat zu geben, aus ihrem runden Dutzend nur noch drei zu machen - als ob Fusionen in die Horizontale die einzig wahren wären. Nur wer in die Tiefe bohrt, stößt auf Brunnen. Glaubt der Bundeskanzler, glauben die Banken, daß die bloße Addition von Bilanzsummen und Eigenkapital auch zu größeren Leistungen führen wird? Ob sie, als in der Schule die Differentialrechnung gelehrt wurde, gefehlt haben?

Ich denke, daß die Identität der Deutschen Bank mehr wert ist als ihre sonstigen stillen Reserven. Ich denke auch, daß sie alle Dienstleistungen und Finanzierungen, die von ihr gefordert werden, in hervorragender Qualität zu erbringen in der Lage sein wird, auch, oder vielmehr gerade dann, wenn sie bleibt, wie sie ist, nämlich allein. Bliebe als Grund für Fusionen dann noch die Furcht vor dem unbekannten großen Dritten, der Feindliches plant. Gibt es ihn überhaupt, oder malt man nur ein Gespenst an die Wand, um Verständnis für nicht Verstehbares zu erwecken? Mein Eindruck ist, daß die Aktionäre sich mehr als die Mitglieder ihres Vorstandes mit ihrer Bank identifizieren.

Gewinnmaximierung ist keine Maxime

Vor geraumer Zeit veranstaltete die philosophische Fakultät meiner heimischen Universität eine Veranstaltungsreihe, die sich mit dem Verhalten verschiedener Gruppen in unserer Gesellschaft beschäftigte. Unter anderem auch mit den Banken. Im Veranstaltungskalender stand zu diesem Thema: „Das Mißverhältnis zwischen hohen Kreditzinsen auf der einen Seite und niedrigen Sparzinsen auf der anderen Seite ist von Millionen von Bankkunden zwar als Ärgernis, aber bisher doch stillschweigend hingenommen worden.“ Dieses Phänomen ist so alt, daß ich es sogar noch aus meiner aktiven Zeit kenne. Der terminus technicus der Bankensprache dafür lautet: „Zinsunempfindlichkeit der Sparer“.

Zu dem Satz von der Verhältnismäßigkeit des Kreditzinses zum Sparzins fand ich bei Kant Entsprechendes. Er erzählte ein Beispiel von einem Krämer: Ein Kaufmann berechnet die Preise für seine Ware und entschließt sich, ehrlich zu sein. Er will seine Kunden, ob sie nun unerfahren sind - dies gilt, das füge ich ein, in der Regel auch für Sparer - oder ob es sich gleich um Kinder handelt, nicht übers Ohr hauen. Eine solche Handlung geschieht noch lange nicht aus Pflicht, so behauptet Kant, sondern sie ist „pflichtmäßig“, äußerlich nicht von derselben Handlung aus ehrlichen Grundsätzen heraus zu unterscheiden. Warum? Kant fährt fort: Weil es sein kann, daß der Kaufmann aus Vorteilsdenken ehrlich ist, damit ihm die Kunden nicht davonlaufen. In diesem Fall geschieht seine Handlung in Wahrheit aus eigennütziger Absicht.

Die Banken braucht die Sorge des Krämers, daß ihm die Kunden, wenn er sie denn übers Ohr hauen sollte, davonlaufen, nicht zu plagen. Selbst wenn ein nicht „zinsunempfindlicher“ Sparer alle Banken am Platz abklappern und die in den Kassenräumen aushängenden Konditionen miteinander vergleichen würde, er wird kaum etwas Besseres als das finden, was ihm seine Hausbank seit eh und je bietet.

Marktgerechte Zinsen seien dies, erklärt der Kundenberater jeder Bank seinem durchaus zinsempfindlichen Sparer. Oder doch nicht eher ein stillschweigendes Kartell? Ich kann nur festhalten, daß es seit langer Zeit auf diesem Sektor kaum noch Wettbewerb gibt. Leider haben die Sparkassen dazu ihren Beitrag geleistet, da sie freiwillig ihre Preisführerschaft aufgegeben haben. Dies scheint nun die Postbank zu übernehmen. Ob sie dafür einen öffentlichen Auftrag beansprucht?

Wir Deutschen werden sparen, fürderhin und immerdar. Die Sparer haben sich schon seit langem damit abgefunden, daß ihnen ihre Einlagen, ziehen sie die Inflationsrate ab, kaum noch eine reale Verzinsung bringen. Dennoch, sie lassen die Einlagen stehen. Sie sind ihre Sparstrümpfe für Unvorhergesehenes. So wurden selbst Spareinlagen mit täglicher Fälligkeit zu Dauerleihgaben der Sparer an die Banken. Mit ihnen läßt sich lässig wuchern. Sogar weltweit.

Für Kant war die „Maxime“ ein Prinzip des Willens, „unangesehen der Zwecke, die durch solche Handlungen bewirkt werden können“. Die Maxime hat auch Eingang in die Bankersprache gefunden, als „Gewinnmaximierung“. Den Gehalt des Wortes „Maxime“ total zu verkehren und dann zum Maß aller Dinge zu machen kann nicht nur Gedankenlosigkeit sein. Dies ist auch Ausdruck der Gesinnung. Gewinnmaximierung zum Hauptziel des geschäftlichen Tuns zu erklären bedeutet die Verletzung der ethischen Pflichten des Unternehmers. Zudem ist es dumm, die Gewinnmaximierung zur Maxime zu machen, weil sie kein belastbares Fundament einer Unternehmenspolitik sein kann.

Doch warum sollte eine Bank der eigenen Profitgier Grenzen ziehen, wenn das Motto „Bereichert euch“ ohne moralische Hemmungen öffentlich gepredigt werden kann? Warum moralisch sein, solange die Unmoral nicht mit dem Handelsgesetzbuch und dem Strafgesetzbuch kollidiert? Warum also Gutes tun, wenn Böses tun so einträglich ist? Elementare Fragen sind oft am schwersten zu beantworten.

Es ist aus meiner Sicht nur konsequent, wenn sich die Banken den moralischen Rahmen ihres Handelns selber gebastelt haben: daß sie sich alles erlauben können, was nicht ausdrücklich verboten ist. Daß auch wirtschaftliches Denken und Handeln nicht wertneutral ist, scheint sie nicht zu beschweren.

Um nicht mißverstanden zu werden, füge ich ein: Auch für mich ist selbstverständlich, daß der Zweck wirtschaftlichen Handelns der Erfolg, das Ergebnis ist. Das Tun oder das Unterlassen der Verantwortlichen wird in Euro oder Dollar gemessen. Ihre Fähigkeiten, ihr Fleiß oder ihre Trägheit finden in nackten Ziffern ihren angemessenen Niederschlag. Dies ist auch darum wichtig, weil am Erfolg die Erhaltung und Entwicklung der Substanz eines Unternehmens und die Wohlfahrt der Eigentümer und Beschäftigten hängen. Aber auch erfolgreiches Wirtschaften schließt die Frage nach der Methode nicht aus, mit der die Ergebnisse erzielt wurden.

Nicht nur die Glaubwürdigkeit der Bankvorstände wird beschädigt, die alle naslang mit einer neuen Erklärung über die Ziele ihrer Unternehmen der gerade vorausgegangenen widersprechen; ihre flinkzüngige Wendigkeit läßt auch Stetigkeit und Sicherheit, somit auch Solidarität und Redlichkeit vermissen. Nehme ich solche in ihren Inhalten rasch wechselnden Äußerungen wahr, so beginne ich darüber zu rätseln, ob sich der Sprecher gründlich genug mit den Problemen seines Unternehmens auseinandergesetzt hat oder ob die gerade vorher von ihm verkündete Politik Mißerfolge zu bringen droht. Oder ist er nur ein munter von Ast zu Ast hüpfender Zaunkönig?

Ethos der verboten - gibt es das? Gibt es ein Ethos der Handwerker, der Rechtsanwälte, der Mediziner? Die Gründungsväter der Handwerker-Innungen haben sich Standesregeln gegeben, deren Ansprüche sich zuerst gegen sie selbst richteten. Aber ist aus dem „Gott schütze das ehrbare Handwerk“ nicht inzwischen ein „Gott schütze uns davor“ geworden? Die Mediziner haben sogar ihr eigene Eidesformel, die hippokratische. Doch unabhängig von den ethischen Pflichten, die sie damit auf sich laden, haben sich nicht wenige von ihnen einen eigenen Gott gekürt, Hermes, den Gott der Anlageberater und Abschreibungsakrobaten. Doch ich habe es nicht mit den moralischen Kriterien von Klempnermeistern oder Dermatologen zu tun, ich habe mich mit denen der Bankherren auseinanderzusetzen. Auch darum, weil ich mich selbst betroffen fühle; schließlich bin ich ein gelernter Bankkaufmann.

Unsere Altvorderen haben keine Standesregeln zu Papier gebracht. Wir schwören auch keine Eide. Aber dürfen wir dennoch, ohne Schamgefühl zu empfinden, ethische Grundsätze für den eigenen Gebrauch ausschließen - so, als würden diese nur für andere, etwa unsere Kreditnehmer, gelten - und uns dafür lieber der Gewinnmaximierung widmen?

Die Soziale Marktwirtschaft ist nicht nur der Generator unserer Gesellschaftsordnung, sie ist auch ihr moralisches Korsett. Gerade das letztere gilt auch dann noch, wenn ich werte, daß die Marktwirtschaft immer noch das Substantiv und das Wörtchen „soziale“ nur das Adjektiv ist. Nicht die mit ihr Unzufriedenen - weil sie zu wenig Soziales abwirft - noch die sie kritisierenden Werteverbesserer können sie gefährden; dies vermögen allein die in ihrem Zentrum Agierenden, wenn sie nicht endlich die Balance zwischen ihrem Eigennutz und der Verantwortung, die sie für unser Land tragen, finden.

Darum, ihr Bankleute, wartet nicht, bis die Tide kippt und sie euch zu neuen Ufern trägt. Schwimmt schon jetzt los, gegen den Strom dieser Zeit. Erforscht euch einmal selbst, wischt euch den Puder von der Backe, achtet weniger auf euer Image als vielmehr auf das Standing - das eurer Bank ebenso wie das persönliche. Sagt, was ihr denkt, tut, was ihr sagt. Öffnet eure Gesichter.

 

 

„Grösse, so heisst es, sei kein Verbrechen. Aber Grösse kann schädlich werden infolge der Mittel, durch welche sie erreicht wurde, oder der Zwecke, zu welchen sie eingesetzt wird.“

Louis Brandeis

(Other people’s money. And how the bankers use it, 1913)

 

 

 

„Die Unfehlbaren“

von Andrew Ross Sorkin über die Finanzkrise von 2008, insbesondere der Pleite von Lehman Brothers

Vorwort von Gabor Steingart

„..Ein Markt ohne Ordnung..schafft am Ende immer nur eine Anarchie, in der ökonomische Verwüstung und menschliche Tragödien einander bedingen. Man kann dem heutigen Weltfinanzsystem vieles nachsagen, aber nicht, dass es Stabilität hervorbringt….die Urkräfte, die sich in den damaligen Ereignissen entladen haben, sind nicht verschwunden. Im Innern des Weltfinanzsystems grummelt es. Es herrscht – schon wieder oder immer noch – die alte Mischung aus Gier und Grössenwahn, aus exzessivem Risikoappetit und einem Bezahlsystem, das dieses Appetit verstärkt, anstatt ihn zu dämpfen….die Mächtigen der New Yorker Banken sich selbst als Finanzgenies sahen…die eine neue Ära erschaffen haben, in der mit geringem Risiko Gewinne zu machen sind…diese Vorstellung spukt noch immer in den Köpfen der meisten Akteure herum….diese Welt des permanenten Wahnsinns, die wir verharmlosend Investmentbanking nennen….Im grossen Weltfinanztheater fand keine wirklichee Neubesetzung statt….die Banken sind durch das Ausscheiden einiger Konkurrenten sogar noch grösser, noch mächtiger, noch arroganter und damit auch noch gefährlicher geworden….Das Problem des „moral hazard“…ist durch die Rettung der Banken zu einer konkreten Gefahr geworden…Indem die USA die Krise bekämpfte, bereiteten sie die nächste vor……15 Billionen Doller..um eine einzelne Industrie zu retten…die meisten Beteiligten wurden gerettet, nicht bestraft. Sie wurden genau genommen sogar belohnt…Die Spekulation mit dem Geld fremder Menschen wurde im Zuge der Krisenbekämpfung jedenfalls nicht beendet, sie wurde stimuliert, weshalb die Bankbosse aus alledem andere Schlüsse gezogen haben, als das gemeine Publikum….die enormen Summen, die damals zur Rettung des Banksektors …aufgewandt wurden, belasten heute die staatlichen Haushalte. Wall Street lebt, aber viele Staaten bleiben verletzt zurück…die Staatsschulden ..haben sich durch die Kosten der Weltenrettung enorm gesteigert…Das Wort „Krise“ haben die Banker bereits aus ihrem Leben ausgebucht..Es wird wieder gezock. Es wird wieder gefeiert. Und es wird wieder klotzig verdient. Inmitten einer noch immer kriselnden Weltwirtschaft scheffelt die Finanzelite erneut Milliarden….Die Banken betrachten sich weiter als Teil einer weltweiten Risk-Taking-Industrie, auch wenn sich gerade erst gezeigt hat, dass die sie Risiken, die sie eingehen, nicht tragen können….der Konsens..ist wieder aufgekündigt…..Der Staat hat für die Spekulanten die beste aller Welten geschaffen. Erst nahmen die Regierungen ihnen die wertlosen Papiere..ab, dann drängten sie den Banken billiges Eigenkapital auf, und nun versorgt der Staat die Geldhäuser täglich mit Liquidität zu einem Zinssatz nahe der Nulllinie..….“Für die überlebenden Banken sind das die profitabelsten Zeiten, die es jemals gegeben hat“….“Man muss wirklich kein Genie sein, um sich quasi umsonst Geld vom Staat zu leihen und damit eine Heidenkohle zu verdienen“…..Der Ruf nach strengerer Kontrolle und mehr Sicherheitsgarantien steht zwar jeden Tag in der Zeitung, aber im Alltag wirken diese Regeln bisher nicht….Nun wird..der Wahnsinn 2.0 gestartet…..Die Banker..dürfen alles riskieren ..und sie werden nie bestraft.

 

 

Verstehen zu wollen, wie es zu den Ereignissen im September 2008 kam, ist ..wichtig,.., wenn daraus die richtigen Lehren gezogen werden, um das System zu stärken und vor künftigen Krisen zu schützen..Wenn der Regulierungsmechanismus nicht radikal geändert wird und Massnahmen ergriffen werden wie: eine strikte Begrenzung der Kapitalanlage mit geborgten Mittel; die Beschneidung von Vergütungsstrukturen, die ihre Empfänger animieren, untragbare Risiken einzugehen; und eine entschlossene Bekämpfung der Tatsache, dass die Märkte von Aktien und Derivaten durch Gerüchte manipuliert werden, dann wird es weiterhin Firmen geben, die zu gross zum Scheitern sind. Und dann wird sich der Kreislauf nur wiederholen, wenn die nächste unvermeidliche Blase platzt.

 

 

Die Finanzindustrie sollte traditionell als eine Art unsichtbare Stütze der Gesamtwirtschaft funktionieren, indem sie neuen Unternehmen hilft, auf die Beine zu kommen, und älteren, sich anzupassen und zu expandieren. In den Jahren vor der Krise jedoch trat der Finanzsektor selbst in den Vordergrund. Die Wall Street machte es sich zum Ziel, Gewinne für sich selbst statt für ihre Klienten zu erwirtschaften.

 

…Das Risiko wird wieder in das System eingeführt. Die Geier kreise wieder….Am beunruhigendsten ist vielleicht, dass das Ego an der Wall Street immer noch eine zentrale Rolle spielt.

 
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